Nahezu alle Lebewesen brauchen nach ihrer Geburt eine unterschiedlich lange Phase der Nestwärme, Geborgenheit und elterlichen Fürsorge. Bei Menschenkindern ist diese Zeit besonders lang.
Doch wenn dann der Tag gekommen ist, will auch der menschliche Nachwuchs eigene Wege gehen. Die Jungen brauchen erfahrungsgemäß meist etwas länger als die Mädchen, bis sie sich abnabeln.
Auch gibt es generell eine Varianz von mehreren Jahren: Manches Kind kann gar nicht früh genug verschwinden und möchte am liebsten schon mit 16 Jahren ausziehen, andere wohnen hingegen noch mit 30 gerne im Hotel Mama.
Danach bleiben die Kinderzimmer meist für eine Weile erhalten, und in der Regel ist es der pragmatische Vater, der über eine alternative Verwendung anfängt nachzudenken. Die emotionale Mutter hält solches Ansinnen meist für herzlos – und so dämmert das ehemalige Kinderzimmer einige Jahre in einem Zustand zwischen Baum und Borke dahin.
