Herr und Hund – kleine Hunde-Kunde

Foto: khh

Mit Hunden verhält es sich so wie mit Kindern: Wer keinen hat, vermisst ihn nicht.

Wir haben inzwischen 10 Millionen Hunde in Deutschland! Auf jeden achten Deutschen kommt ein Hund. Im Prinzip kann man sagen jede zweite Familie hat einen Vierbeiner. Da manche zwei und mehr Hunde haben, also vielleicht jede vierte Familie. Doch die Zahl der Hunde  hat extrem zugenommen.

Warum hält sich der moderne und urbane Mensch sich einen Hund, wo doch sonst der Trend zur Digitalisierung geht? Abgesehen von “Funktionshunden” (wachen, bergen, hüten, führen usw.) gehorcht die Anschaffung eines Hundes entweder einem Sicherheitsgefühl, einem Prestigegefühl (Rassehund!) oder ein Einsamkeitsgefühl – denn Hunde sind treu und meistens menschenzugewandt. spenden Wärme und Zuneigung. Manche brauchen auch unbedingt einen “Kampfhund”.

Sehr interessant ist die Begegnung von Hunden: Unser Hund weiß schon 100 m vorher, ob er den entgegenkommenden Hund mag oder nicht (wahrscheinlich riechen die das). Wir sprechen ja auch davon, dass wir den Anderen “nicht riechen” können! Entsprechend ist sein Verhalten: Kläffen, ducken, Bogen machen. Es ist für uns Menschen nicht vorhersagbar, wie er reagieren wird. Und das hat nichts mit der Größe des anderen Hundes zu tun. Wohl mit dem Geschlecht. Ist es gleich, wird es oft ungemütlich.

Auch der Hund verändert seinen Charakter mit seinem Lebensalter. Unsere Hündin ist nun zehn Jahre alt und kann zB übermütige Welpen nicht mehr ausstehen. Da wird dann kurz gekeift und ggf. geschnappt (das ist tatsächlich ein Pseudoschnappen, bei dem nicht zugebissen wird, aber von den Anderen unmissverständlich verstanden wird). Das macht sie auch, wenn größere Hunde ihr zu aufdringlich werden. Uns bleibt da das Herz fast immer stehen – weil die anderen Hunden unseren Hund der 10-Kilo-Klasse mit einem Biss den Garaus machen könnten. Doch  in der Natur verstehen auch die großen Hunde das.

Was man beachten muss: Ist der andere Hund an der Leine, tut man seinen auch besser an die Leine. Ist der andere Hund los, macht man seinen auch besser los. Wenn es dann mal nicht klappt mit den beiden Hunden, hat unser Hund lose bessere Überlebenschancen als an der Leine. Fatal: In Falle eines Angriffs den kleinen Hund aufheben.

Der Gang zur Welpen- oder Hundeschule ist wichtig. Hier lernen Herr und Hund. Es gibt aber zunehmend überzüchtete Hunde mit überforderten Herrchen /Frauchen, da wird es dann eng. Auch bei Hunden ist vieles eine Frage der Erziehung, wenngleich immer ein Rest Natur (wildes Tier) bleibt.

Es ist vergleichbar mit dem Beitrag über Benimm: Immer mehr Menschen ist das egal. Und komischerweise besteht oft ein Zusammenhang zwischen Herr und Hund: Die “bildungsfernen Schichten”, haben oft die aggressivsten Hunde weit und breit! Nach dem Motto, wenn man mich schon nicht selber achtet, dann soll man wenigstens Angst vor meinem Hund haben.

Dieser Beitrag wurde unter Modernes Leben abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort auf Herr und Hund – kleine Hunde-Kunde

  1. Dieter Osmers sagt:

    Eine alte Weiheit: Wie der Herr so der Hund.
    Wenn das neurotische Verhalten eines Hundes therapiert werden soll, sollte immer erst der Hundbesitzer therapiert werden. Meistens die Ursache des Uebels.
    Da ein Hund entweder Rudelfuehrer ist oder sich einem Fuehrer unterordnet, sollte
    das Herrchen oder Frauchen immer die Rolle des Rudelfuehrers uebernehmen.
    Ist es umgekehrt hat das zumeist fatale Folgen.
    Da ja bekanntlich bei Hunden vieles ueber den Geruchssinn funktioniert, riechen sie
    natuerlich auch den Angstschweiss eines Menschen. Darum werden auch meistens diejenigen von Hunden gebissen, die hoellische Angst vor Hunden haben.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


− 2 = drei

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>