In diesen Tagen werden wir überhäuft von den Berichten um ein Schiffsunglück in Italien.
Wie immer bei den verschiedensten Berichten und Kommentaren muss man unterscheiden zwischen Realität, Sensationsberichten, Interviews, sachlichen Meldungen usw. Wenn jemand wie ich selber zur See gefahren ist, dann hat er zu manchen Themen und Berichten einen anderen Blickwinkel und wünscht sich saubere Fakten (auch wenn diese vielleicht nicht so interessant sind).
Zu Beginn muss man immer das Leid der Menschen sehen, und dabei denke ich selbstverständlich nicht nur an die Passagiere; denn auch die Besatzung kämpft irgendwo ums überleben (da gibt es dann immer gerne die Kommentare, dass das schließlich ihr Beruf ist, und sie sich um das Wohl (auch bei einem Notfall) der Passagiere zu kümmern haben – eigene Interessen haben da zurück zu stehen – das sagt sich so leicht …).
Wie fange ich an? Zuerst einmal hat das Schiff an der Unglücksstelle überhaupt nichts zu suchen. Wenn der Kapitän schon meint, diese Passage durchfahren zu wollen, dann bitte doch mit dem entsprechenden Abstand. Aber nun, dass alles ist nicht so geschehen (warum auch immer). Ich bin auch der Meinung, dass die Reederei davon Kenntnis hat, es ist nur bisher nie etwas passiert. Es gibt die Aussagen, dass immer dieser Weg genommen wird (wenn auch vielleicht nicht genehmigt); aber Menschen halten doch nicht den Mund, darüber wird doch gesprochen. Überdies gibt es hier und da Kontrollen, und in den Logbüchern kann man exakt den gefahrenen Kurs nachvollziehen.
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Veröffentlicht unter Gastbeitrag, Modernes Leben
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