Humor – als soziales Schmiermittel

Der britische Wirtschaftsautor Benjamin Mee besitzt nicht nur den „Dartmoor Zoo“ bei Plymouth, sondern denkt auch gerne über das Verhalten von Tieren nach. In der SZ vom 12/13. Mai 2012 spricht er in einem Interview mit Harald Hordych über Humor.

In jeder sozialen Gruppen besteht die Hauptaufgabe darin, mit den anderen Mitgliedern der Gruppe gut auszukommen. Der Humor ist ein Mittel dafür. Denn wer Humor hat, beweist, dass er ausgeprägte soziale Fähigkeiten hat.

Betrachtet man die Geste des Lachens ontogenetisch, dann ist sie eine Beschwichtigungs- bzw. Unterwerfungsgeste – bei der der Rangniedere am meisten lacht.

Unterwerfen und Lachen sind nämlich aneinander gekoppelt. Lachen ist ein Eingeständnis: „Du bist stärker als ich – und ich mache Dir keine Schwierigkeiten!“

Deshalb lachen auch die meisten Mitarbeiter über die Witze ihres Chefs – und er lacht eher selten über deren Witze. Sie mögen ihn, weil sie von ihm gemocht werden wollen.

Humor ist also auch Ausdruck von Hierarchie – und Intelligenz: Denn wer einen Witz macht, beweist, dass er über den Dingen steht, sie durchschaut, gescheit ist.

Deshalb kann in einer Männerrunde das Erzählen von Witzen zu einem wahren Wettbewerb werden: Wer hat den besten Witz bzw. wer kennt die meisten? Wer erzählt ihn am besten?

Apropos: Kennen Sie den schon? Treffen sich zwei Jäger – beide tot!

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