Misslingende Kommunikation

Jeder kommuniziert, aber kaum einer ist sich dessen bewusst, wie das funktioniert. Die überwiegende Mehrzahl der Menschen ist auch davon überzeugt, dass sie verstanden wird – wenn nicht, dann liegt es eben am Zuhörer. 

Es kann aber beim Empfänger etwas ganz anderes ankommen, als vom Sender ausgegangen ist. Entscheidend ist aber, was ankommt, nicht, was abgesandt wird.

Kommunikation zeichnet sich nach Watzlawick dadurch aus, dass sie in der Regel misslingt. Hier ist ein hübsches Beispiel dafür aus der just erlebten eigenen eMail-Praxis:

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Lieber Jochen,

heute ist wieder Fototag!

Karl

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Da bin ich ja mal gespannt auf die Ergebnisse!

Jochen

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Da kann man mal wieder sehen, wie Kommunikation misslingen kann:
Ich dachte eher daran, dass Du Fotos machst …

Karl

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Ich hatte das schon richtig verstanden.
Aber ich wollte mit meiner Antwort folgendes zum Ausdruck bringen:
„Hier ist die ganze Hütte voller Gäste und ich laufe die ganze Zeit hektisch herum und meinst Du etwa, dass ich da Zeit zum Fotografieren habe, hä?!“

Jochen

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Kommunikation ist doch ein spannendes Thema!

Am Anfang war das Wort – gleich danach kam das Missverständnis.

Karl

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Besonders diese knappen Emailbotschaften sind riskant, weil da Ironie und anderer Subtext für den Empfänger nicht zu erkennen sind! Manche Mailschreiber verwenden ja dann auch „;-)“ oder schreiben „[/Ironiemodus an]“ oder ähnliches, um Ironie zu kennzeichnen. Aber dann kann man lieber darauf verzichten, finde ich.

Wenn ich Dir den Text  ins Gesicht gesagt hätte, hättest Du an meinem Gesicht und an der Stimmlage gesehen, wie ich es meine. Selbst am Telefon wäre es wohl zu erkennen gewesen.

Jochen

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