Alternative Heilmethoden auf dem Lande

Neulich „stolperte“ ich über ein Fläschchen „Ballistol“ aus dem „Nachlass“ meiner Mutter. Eigentlich wurde es wohl als Gewehröl (Ballistik + Oleum) entwickelt. Ich meinte mich aber zu erinnern, dass die Altvorderen es auch als Arzeneimittel verwendeten. Überhaupt,  die Genesungspraktiken im Heimatort, da war doch was! Zum Beispiel Dirks Hinnerk? Der heilte doch Tiere auch mit einem Stock und irgend einer Tinktur. Flugs Freund Dieter Osmers gefragt – die Antwort kam postwendend.

“Deine Frage zum Ballistol kann ich aus eigener Erfahrung nicht beantworten. Habe es selbst nicht benutzt aber dieses Produkt scheint ja ein wahres Universalöl zu sein. Es war fast in jedem Haushalt zu finden und es gibt es ja noch immer zu kaufen. Ich würde es jedenfalls jedem neuen Pflegeprodukt vorziehen.

Als Genesungspraktiken sind mir der “Stockverband” und das “Besprechen” bekannt. Ich habe auch von Behandlungen bestimmter Krankheiten mit Urin gehört. Die
Eigenurinbehandlung war bei der Landbevölkerung weit verbreitet. Der Stockverband wurde von Dirks Hinnerk praktiziert. Sein Bauernhof stand dort wo jetzt das Haus von Dieter und Elke Rathjen ist.

Der Stockverband war eine Wundbehandlung. Die Leute haben Dirks Hinnerk gerufen, wenn Pferde und Kühe sich große Wunden , z.B durch Stacheldraht; zugezogen hatten. Ein Haselnusstock, bei Vollmond geschnitten, wurde zusammen mit einer geheimen Paste in einen Wundverband gebunden. Die Wunden sollen sehr schnell verheilt sein.

Durch diese Behandlung hat sich Hinnerk ein gutes Zubrot verdient. Er konnte sich sehr früh einen Trecker und einen Lloyd Leukoplastbomber leisten.

Das “Besprechen” war eine Heilmethode, die überwiegend bei Gürtelrose oder bei Behandlung Warzen angewendet wurde. Scheinbar hat der Besprecher auf das Nervensystem eingewirkt. Selbst Ärzte haben ihren Patienten geraten zum Besprecher zu gehen. So viel ich weiss, waren das aber immer ältere Frauen, die diese Fähigkeit wiederum von einer Frau geerbt haben. Frau Luessen die Leiterin vom Altenheim soll das Besprechen auch praktiziert haben.

Eine grosse “Fangemeinde” hat seit einiger Zeit Hanna Tietjen in Bassen. Ich war mal mit meiner Frau dort zur Behandlung von Gürtelrose. Ich konnte der Sitzung beiwohnen. Das war so eine Mischung aus Befragung und schamanenhafter Beschwörung.”

Und heute? Weiße Kittel, teure Apparate, hohe Kosten.

Dieser Beitrag wurde unter Sagehorn abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten auf Alternative Heilmethoden auf dem Lande

  1. Monika ryssel sagt:

    Eine wunderbare Frau mit großem Können sie hat mir mit Rückenproblemen sehr geholfen. Ein Engel auf erden

  2. Sandra sagt:

    Zum Thema Heilen und “Besprechen”!
    Da wird mit der Angst der Leute Geld gemacht! Eine Gürtelrose kann je nach Ausprägung auch ohne Medizin abheilen. Die Frau Tietjen hat also kein Wunderwerk vollbracht. Sie will nur Euer Bestes: Euer Geld!

  3. Man darf nur keine Skrupel haben mit dem Leid der Menschen Geld zu verdienen.
    Ihr Hermann.

  4. Erika sagt:

    DAS kann ich nicht unkommentiert hier im Netz stehen lassen.
    1.) Nachdem unser Sohn vor ein paar Jahren, erst auf der Brust, dann am ganzen Körper und später sogar im Gesicht, sogenannte kleine “Schwimmbadwarzen” hatte und die vielen Ärzte diese “Stippwarzen” über Monate nicht wegkriegen konnten, bin ich einem Rat folgendend zu Frau Tietjen gegangen. Und tatsächlich: Etwa 2 Wochen nach der “Besprechung” kommt unser Sohn zum Frühstück runter und ich sehe es sofort:
    Alle Warzen waren weg! Alle! Am Abend vorher hatte er die noch. Die waren vorher am ganzen Körper, … inzwischen bestimmt 100 Stück. Weg! Alle weg! Ohne Spuren, ohne Rötungen. Nichts. Weg! Glatte Haut! Das ist eigentlich unmöglich! Das ist unglaublich! Aber es ist wirklich geschehen!
    2.) Frau Tietjen hat kein Geld genommen. Wenn ich etwas spenden möchte, egal wieviel, sagte sie, dann könnte ich das in ein Gefäß legen. Das stand abseits in einer Schrankablage. Aber ich muss nicht! Es kostete nichts. Überlegt doch mal: Wenn diese unbekannte Spende aus dem Gefäß nun wiederum in eine Kuchenspende für das Dorffest umgewandelt wurde oder im Klingelbeutel gelandet ist oder davon Blumenschmuck für eine Trauerfeier gefertigt wurde, dann ist dieser Betrag einfach nur weitergewandert und hat irgendwoanders wieder Gutes getan. DAS ist die Philosophie dahinter. Das Gute wandert weiter. Und deshalb besitzt Frau Tietjen auch diese helfende Kraft. Ich jedenfalls habe nichts “bezahlt”. Es gab keinen Preis. Es gab keine Kosten.
    Ich habe nach eigenem Ermessen und nach meinem Gefühl eine Spende für weitere gute Taten hinterlassen. Ich hätte auch gehen können, ohne das zu tun. Es ist ungerecht und tut auch weh, wenn hier von Geldmacherei gesprochen wird!
    Es war nicht so, ….. wie oben beschrieben!
    Für mich ist und bleibt diese überaus freundliche Frau wundervoll!
    Ganz lieben Dank von Herzen!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


5 × eins =

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>