Kräht der Hahn auf dem Mist …

Wer heute wissen will, wie das Wetter morgen ist, hat viele Möglichkeiten, dies in Erfahrung zu bringen: Keine Nachrichtensendung, die ohne eine Wettervorhersage endet. Und im Internet kann man den Verlauf einer Regenfront inzwischen im Zeitverlauf genau nachvollziehen.

Ohne die Errungenschaften von Satelliten und Computern gelang den Altvorderen die Wettervorhersage jedoch auch recht gut. Durch die genaue Beobachtung von Himmel, Tieren oder anderen Phänomenen – später auch Barometer und Thermometer – zogen die Bauern ihre Schlüsse für das Wetter.

Für die Landwirtschaft war und ist das Wetter der wichtigste Faktor für eine gute Ernte: Nur wenn Regen und Sonne, Wärme und Kälte zur rechten Zeit kommen, wird die Ernte reichlich ausfallen. Seit vielen tausend Jahren hat man daher das Wetter beobachtet – und versucht, daraus Wetterregeln abzuleiten.

Wenn die Kellertreppe feucht wurde oder es aus dem Schornstein nach Rauch roch, dann stand laut meinen Großeltern im Sommer schlechtes Wetter an. Und absolut zuverlässig: „Morgenrot bringt Wasser im Sot“! Ein nebliger „Hof“ um den Mond bedeuteten ebenfalls schlechtes Wetter. Ist die Sicht dagegen sehr klar, wird auch bald schlechtes Wetter heranziehen. Tanzen die Mücken in der Abendsonne oder weben die Spinnen an ihren Netzen, dann bleibt es hingegen schön. Krabbeln Ameisen hektisch hin und her, zieht wiederum Regen auf.

Niedrigen Luftdruck kann man zwar nicht sehen, aber die Schwalben sind ein sicheres Indiz für kommenden Regen, weil sie dann tief fliegen müssen, um Insekten zu fangen.  Verlassen uns die Zugvögel früh im Jahr, muss das nicht unbedingt auf einen strengen Winter hinweisen, aber sicher auf einen langen. Kehren die Zugvögel früh aus ihren Winterquartieren zurück, so ist dies hingegen ein Zeichen für das Nahen des Frühlings.

Selbst einen „Hundertjährigen“ Kalender hat man damals auf Grund langjähriger Wetterbeobachtungen zustande gebracht. Der Kalender beruht auf der Annahme, dass sich das Wetter alle sieben Jahre wiederholt. Wesentlich genauer sind die Vorhersagen auch heute nicht: Drei bis vier Tage gelten sie als „ziemlich sicher“, danach nimmt die Verlässlichkeit rapide ab.

Die Meteorologie hat die Bauernregeln immer wieder überprüft und viele plausible Zusammenhänge und Trefferquoten festgestellt. Sicher aber ist:

„Dreht der Hahn sich auf dem Grill, macht das Wetter was es will.“

Dieser Beitrag wurde unter Umwelt abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar