Scrabble – ein Wortspiel

Dieses Brettspiel ist schon viele Jahrzehnte alt, meine Mutter hat es bereits mit Inbrunst gespielt. Meiner verorbenen Tante Henny (Jahrgang 1919) konnte man als Besucher keinen größeren Gefallen tun, als eine Partie Scrabble mit ihr zu spielen. Natürlich hat sie fast immer gewonnen. Meine Cousine Elly verpasste manchen Zug am Sagehorner Bahnhof, weil sie eine Partie mit meiner Mutter unbedingt gewinnen bzw. zu Ende spielen wollte.

Erfunden wurde Scrabble im Jahre 1931, nach Deutschland gelangte es 1953. Mehr als 100 Mio Spiele in 30 Sprachen wurden seitdem verkauft. Scrabble kann mit zwei bis max. vier Personen gespielt werden. Auf dem Spielfeld von 15 x 15 Feldern befinden sich 60 Bonusfelder. In der deutschen Version verfügt das Spiel über 102 Buchstabensteine, davon zwei Blankosteine (Joker). Die einzelnen Buchstaben kommen unterschiedlich häufig vor und werden auch unterschiedlich gewertet – ein „Q“ ist eben seltener und damit schwieriger zu legen als ein „E“. Anzahl und Punktwert richten sich nach der Häufigkeit des Buchstabens in der jeweiligen Sprache.

Inzwischen gibt es von Duden auch das „Scrabble-Wörterbuch“. Dort sind alle erlaubten Wörter verzeichnet, sowie die offiziellen Regeln. Demnach spielt man im deutschen Scrabble mit sieben und nicht mit acht Steinen, wie die Spielanleitung uns viele Jahre glauben machte – offenbar hat es hier eine Regeländerung gegeben. Kein Wort darf diagonal gelegt werden − nur waagerecht und senkrecht ist erlaubt.

Nicht zugelassen sind Eigenenamen, Markennamen, geographische Namen und Abkürzungen, wohl aber Ausrufeworte (Interjektionen) wie „hü, brr, ha, ho, hui“ usw.

Der Erfolg des Spielers hängt von mehreren Faktoren ab. Zum einen gehört auch zu Scrabble eine gute Portion Glück. Das fängt schon mit dem verdeckten Ziehen der Buchstaben an. Entscheidend ist aber auch der Wortschatz des Spielers. Doch dieser nützt nichts, wenn die ebenfalls notwendige Kombinationsgabe fehlt, aus max. sieben Buchstaben Worte zu bilden, bzw. in die vorliegenden Wortstrukturen zu integrieren. Hinzu kommt ein gewisses Maß an Strategie, um die mögliche Punktzahl durch geschicktes Platzieren von Steinen mit unterschiedlichen Werten und unter Beachtung der Bonusfelder weiter zu erhöhen.

Die Bonusfeldern erhöhen entweder den Buchstabenwert oder den Wortwert – und zwar doppelt oder dreifach. Legt man alle sieben Steine in einem Zug aus, gibt es 50 Punkte extra. Gute Spieler erreichen 300 – 400 Punkte. Turnierspieler durchaus auch mehr als 600. Scrabble ist auch für Kinder ab einem bestimmten Lebensalter und damit Wortschatz geeignet.

Seit dem Jahr 2010 führt der Verein „Scrabble Deutschland e. V.“ offizielle deutschsprachige „Deutsche Meisterschaften“ durch. Heinz-Jürgen Michel von der Frischen Kiste in Syke-Gessel spielt in der höchsten Liga der Scrabble-Adepten. Er organisiert seit dem Jahre 2008 auch den „Scrabble Herbst“ in Syke. Just fand der 5. Syker Scrabble-Herbst vom 19.-21.10.12 statt. Die Zweitplatzierte erreichte in einem Spiel immerhin 565 Punkte!

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1 Antwort zu Scrabble – ein Wortspiel

  1. Heinz-Jürgen Michel sagt:

    Die große Regeländerung war 1987. Damals entschied man den Buchstabensatz von 118 auf 102 zu reduzieren, die Buchstabenwerte leicht anzupassen (z.B. C von 2 auf 4 Punkte) und das Bänkchen nur noch mit 7 Buchstabensteinen zu bestücken.

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