Das Ende des Facheinzelhandels?

Gerne hätte ich dem Facheinzelhandel neulich wieder einmal den Vorzug gegeben und bin einzig aus diesem Grunde in die Stadt Syke gefahren.

Dort hält Frau Nesemann mit ihrem Team die Fahnen des Glas-Keramik-Porzellan (GKP) Facheinzelhandels wirklich professionell und engagiert hoch. Die Damen haben viele gute Ideen, die sie liebevoll umsetzen, Backtage für Kinder etwa oder den „WMF-Kochclub“. Auch ist stets genug und dem Kunden zugewandtes, fachlich kompetentes Personal vorhanden.

Doch auch die Tage dieses Geschäfts sind letztlich gezählt. Die Artikelvielfalt ist inzwischen einfach zu groß. In dieser Hinsicht ist das Internet unschlagbar.

Beratung ist – bei beratungsintensiven Produkten – natürlich weiterhin wichtig. Hier hat der Facheinzelhandel auch in Zukunft seine Existenzberechtigung. Doch bei Gebrauchs- und Geschenkartikeln? Nachdem ich suchend vor einem Regal gestanden hatte, sprach mich eine freundliche Verkäuferin an, ob sie mir beim Suchen helfen könne.

Doch wenn zur Pfeffermühle die passende Salzmühle nicht (mehr) vorhanden ist, nützt das wenig. Leider verfügte man auch nicht mehr über die zeitlos schöne alfi Isolierkanne „KUGEL“. Natürlich war die Verkäuferin hilfreich und gut informiert über den Klassiker von Ole Palsby mit 0,94 Litern Inhalt.

Ob man beides für mich hätte bestellen können, vermag ich nicht zu sagen. Gefragt hat man danach nicht. Wahrscheinlich hätte ich auch abgelehnt. Denn warten kann heute kaum noch jemand, oder? Ein anderes Produkt wollte ich aber nicht, denn wer Rosen möchte, will keine Nelken.

Und so fuhr ich unverrichteter Dinge wieder nach Hause, fand und bestellte die gewünschte Produkte sofort bei amazon. Trotzdem bleibt ein schlechtes Gewissen. Arbeitsplätze in der Region sind wichtig und der Facheinzelhandel ist weiterhin eine lebenswerte Alternative zum Internet. Was nur tun?

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1 Antwort zu Das Ende des Facheinzelhandels?

  1. Hans-Werner Kleindiek sagt:

    moin, moin Herr Heidtmann,

    jetzt bin ich aber richtig enttäuscht…………..

    gehen Sie doch mal in einen dieser „unpersönlichen“ und „riesigen“ Märkte –
    wenn Sie jemand für eine Beratung finden, dann haben Sie schon sehr viel Glück – wenn diese Person auch noch Ahnung hat, dann habe Sie quasi einen „6er im Lotto“ –

    dagegen hat der kleine Einzelhandel doch bisher immer noch Fachpersonal gehabt –
    nur leider können er/sie es sich in der heutigen Gesellschaft nicht mehr leisten; denn der Druck der Konzerne wird so groß, dass ihm jede Überlebenschance genommen wird – und Fachpersonal kostet nun mal Geld (selbst in der Ausbildung) –
    nur…………………
    leider kann ich Sie zu gut verstehen – in Zeiten, in denen „Otto-Normalverbraucher“ selbst durch Mehrfacharbeitsplätze Mühe hat, die Familie zu ernähren, da sind er/sie eben auf die „Billigmärkte“ angewiesen –
    und……….
    so graben selbst wir der Mittelschicht das Wasser zum Überleben ab –
    leider muss ich eingestehen, dass ich zwar nicht bei Amazon gekauft hätte; dennoch einen Billiganbieter gesucht oder verzichtet hätte (ich habe allerdings auch die Möglichkeit, solche Artikel an meinem Arbeitsplatz zu erwerben :-)))) –
    nun haben Sie aber auch einen sehr speziellen Artikel gesucht –

    bis später – Sie haben mein Mitgefühl (aber nicht in Sachen Amazon) –
    herzliche Grüße
    Hans-Werner Kleindiek

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