Energieverschwendung bei Werder-Bremen

Der „Weser-Kurier“ berichtet am Dienstag dieser Woche über eine „Sonnenbank“ für das Wachstum des Stadionrasens von Werder Bremen.

Nachdem man über Jahrzehnte das Stadion von Werder Bremen immer weiter aus- und damit zugebaut hat, gelangt offenbar – wie in viele anderen Stadien der Republik auch – nicht mehr genügend Licht aufs Spielfed, um den Rasen wachsen zu lassen.

Die Lösung bietet ein niederländischen Unternehmen namens „Stadium Grow Lighting /SGL“: Mit sechs großen Rasenlichteinheiten mit jeweils 54 Scheinwerfern an sechs Stahlgerüstarmen werden im 24-Stunden-Betrieb 8064 Kilowattstunden aufs Grün gebracht – das entspricht pro Tag etwa dem elektrischen Energieverbrauch von zwei Einfamilienhäusern in einem gesamten Jahr!

Dass man gleichzeitig auf 16.000 Quadratmetern mittels Photovoltaikmodulen am Stadion etwa eine Million Kilowatt pro Jahr produziert (was für etwa 300 Haushalte jährlich ausreichen würde)  – dieser ökologisch gute Ansatz wird durch die Rasenbeleuchtung komplett aufgehoben.

Der Z(w)eitgeist meint, das ist „dekadent“ und passt so absolut nicht in die Zeit ökologischer Diskussion um den Energieverbrauch und fordert auch hier: „Abschalten!“

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1 Antwort zu Energieverschwendung bei Werder-Bremen

  1. Jochen Voigt sagt:

    Da werden die Folgen des einen technischen Irrsinns (der überdimensionierte, einseitig fußballoriente Ausbau des Weserstadions) mit dem nächsten Irrsinn bekämpft. Und diese ganze Ressourcenverschwendung wird uns auch noch als „vernünftig“ oder „alternativlos“ verkauft. Wenn wir nicht bald damit aufhören, auf Kosten unwiderbringlicher fossiler Ressorcen, der ärmeren Länder und der zukünftigen Generationen zu leben, wird diese Zivilisation über kurz oder lang zusammenbrechen.
    Jeder Haushalt und jeder Betriebe könnte von einem Tag auf den anderen 10% Strom einsparen und innerhalb von 6-12 Monaten durch kleine Investitionen und etwas angepasstes Verhalten weitere 10%. Die Atomkraftwerke müssen sofort abgeschaltet werden. Das Risiko ist zwar äußerst gering, aber wenn man diese sehr geringe Zahl mit dem (wie man jetzt in Japan sieht) sehr hohen Schadenspotential multipliziert, ist der „Erwartungswert“ einer atomaren Katastrophe einfach zu hoch. Danke noch mal an meinen Mathelehrer Herrn Hunze – das Abitur war doch nicht ganz vergebens.

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