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	<title>Heidtmanns Z(w)eitgeist</title>
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	<description>Privates und Hintergründiges aus Politik, Philosophie und Psychologie</description>
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		<title>Geld &#8211; eine fixe Vorstellung</title>
		<link>http://www.zweitgeist.net/2012/02/geld-eine-fixe-vorstellung/</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 06:26:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Heidtmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Zirkulationsmittel]]></category>

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		<description><![CDATA[Geld ist seit Marx / Engels auch als &#8220;Zirkulationsmittel&#8221; bekannt. Das bedeutet, Geld muss im Austausch gegen Waren oder Leistungen zirkulieren &#8211; quid pro quo. Man würde nun meinen, Geld sei ein höchst konkretes Etwas, so, wie die meisten Menschen &#8230; <a href="http://www.zweitgeist.net/2012/02/geld-eine-fixe-vorstellung/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Geld ist seit Marx / Engels auch als &#8220;Zirkulationsmittel&#8221; bekannt. Das bedeutet, Geld muss im Austausch gegen Waren oder Leistungen zirkulieren &#8211; <em>quid pro quo.</em></p>
<p>Man würde nun meinen, Geld sei ein höchst konkretes Etwas, so, wie die meisten Menschen hinter ihm her sind. Dabei ist es faktisch eher fiktiv. Denn es ist keineswegs so, dass der Schein auf dem eine Zahl gedruckt steht, diese auch an sich (stofflich) selber wert ist. Es gilt lediglich als vereinbart, dass er so viel wert ist, wie eine angebotene Ware / Dienstleistung. Dass das auch plötzlich ganz anders sein kann, beweisen zum Beispiel die immer wieder vorkommenden &#8220;Währungsreformen&#8221; oder &#8220;Abwertungen&#8221;.</p>
<p><span id="more-8608"></span>Geld ist ein bequemes Tauschmittel. Welch ein Aufwand, würde man stattdessen ständig eine Herde Schafe mit sich zum Tausch herumführen müssen, kiloweise Silber oder Gold! Und wie gefährlich, laueren doch überall Räuber und Wegelagerer.</p>
<p>Wie Geld faktisch funktioniert, beweist ja <a href="http://www.zweitgeist.net/2011/07/zirkulationsmittel/">diese</a> schöne Geschichte. Wir stellen dort fest, das am Ende &#8211; wenn alles geregelt zugeht &#8211; es ein Nullsummenspiel ist: Jeder hat das bekommen, was er braucht oder haben möchte und niemand hat mehr Schulden.</p>
<p>Die modernen Räuber nennnen sich übrigens Anlagenberater. Sie arbeiten im Gegensatz zu den bösen Buben nicht im Dunkeln, sondern auch bei Tage und tragen feine Anzüge. Ihr Ziel ist jedoch das gleiche: Demjenigen, der Geld hat, dieses erfolgreich abzunehmen.</p>
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		<title>Ausstellung &#8220;Oda Krohg&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 06:39:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Heidtmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Da fahren wir mal hin]]></category>
		<category><![CDATA[Oda Krohg]]></category>

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		<description><![CDATA[Parallel zur großen Munch-Ausstellung in der Bremer Kunsthalle stellt das kleine Paula Modersohn-Becker-Museum auch Munchs Kollegin, Oda Krogh, einem größeren Publikum vor. Gemeinsam mit Freund A. haben wir beide Museen besucht und hier bereits über die Munch-Ausstellung berichtet. Oda Krohg (1860-1935) &#8230; <a href="http://www.zweitgeist.net/2012/02/ausstellung-oda-krohg/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.zweitgeist.net/wp-content/uploads/2012/01/4454_big.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-8755" title="Oda Krohg" src="http://www.zweitgeist.net/wp-content/uploads/2012/01/4454_big-300x197.jpg" alt="" width="300" height="197" /></a>Parallel zur großen <a href="http://www.kunsthalle-bremen.de/munch/">Munch-Ausstellung </a>in der Bremer Kunsthalle stellt das kleine <a href="http://www.pmbm.de/">Paula Modersohn-Becker-Museum</a> auch Munchs Kollegin, Oda Krogh, einem größeren Publikum vor.</p>
<p>Gemeinsam mit Freund A. haben wir beide Museen besucht und <a href="http://www.zweitgeist.net/2011/12/edvard-munch-ausstellung-kunsthalle-bremen/">hier</a> bereits über die Munch-Ausstellung berichtet.</p>
<p>Oda Krohg (1860-1935) war um 1900 eine zentrale Figur der sog. Bohème-Szene in Kristiania, dem heutigen Oslo. Geboren wurde sie in einem großbürgerlichen Hause als Ottilia Pauline Christine Lasson, zweitältestes von zehn Kindern des norwegischen Regierungsrats Christian Lasson und dessen Ehefrau Henriette von Munthe av Morgenstierne.</p>
<p><span id="more-8750"></span>Im Alter von einundzwanzig Jahren heiratete Oda den Geschäftsmann Jørgen Engelhart. Nachdem sie zwei Kinder geboren hatte, trennte sie sich 1883 von ihm, nahm sich ein  Zimmer in der norwegischen Hauptstadt Kristiana (seit 1924: Oslo) und ließ sich zur Malerin ausbilden.</p>
<p>Nach der Scheidung von Jørgen Engelhart heiratete sie ihren Lehrer und Geliebten Christian Krohg. Auch aus ihrer zweiten Ehe brach Oda Krohg immer wieder aus: Mit Hans Jæger und Christian Krohg lebte sie einige Zeit in einem schwierigen Dreiecksverhältnis.</p>
<p>Sie hatte einen festen Platz unter den  literarischen und künstlerischen Revolutionären der Stadt, wie die Grafik &#8220;Kristiania Bohème II&#8221; von Edvard Munch dokumentiert: Munch sitzt  rauchend an einem Tisch in einer Bar, neben ihm der Künstler Christian  Krohg und der Schriftsteller und Kunstkritiker Jappe Nilssen. Gegenüber  sitzen der Anarchist und Literat Hans Jæger, der Dramatiker Gunnar  Heiberg und der Geschäftsmann Jørgen Engelhardt. Am Ende des Tisches steht Oda Krohg in selbstbewusster Haltung,  als so genannte „wahre Prinzessin der Bohème“.</p>
<p>Ohne ihren Mann und ihre Kinder lebte sie einige Jahre in Paris, wo sie sich im Quartier Montpartnasse ein Atelier einrichtete und mit Künstlern und Literaten verkehrte. Die erste Ausstellung der Porträt- und Landschaftsmalerin fand 1903 im Salon de Paris statt.</p>
<p>So gesehen passt diese Ausstellung kongenial ins Paula Modersohn-Becker Museum.</p>
<p>Neben 21 Gemälden und einer Zeichnung von Oda Krohg wird die Ausstellung  in der Böttcherstraße ergänzt durch Grafiken von Edvard Munch, die in Porträts und  vielsagenden Szenerien das Bohème-Leben spürbar machen.</p>
<p>Von Ketil Bjørnstad stammt der auf authentischen Quellen beruhende Roman &#8220;Oda&#8221; über Oda Krohg.</p>
<p><strong>Paula Modersohn-Becker Museum<br />
</strong>Museum im Roselius-Haus<br />
Böttcherstraße 6–10<br />
28195 Bremen</p>
<p id="A436">Öffnungszeiten<br />
Dienstag – Sonntag: 11–18 Uhr<br />
Montag: geschlossen</p>
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		<title>Da gehen wir mal essen &#8211; &#8220;Dall&#8217; Italiano&#8221;</title>
		<link>http://www.zweitgeist.net/2012/01/da-gehen-wir-mal-essen-dall-italiano/</link>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 06:58:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Heidtmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Da gehen wir mal essen]]></category>
		<category><![CDATA[Dall Italiano]]></category>

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		<description><![CDATA[Nehmen wir es gleich vorweg: &#8220;Dall&#8217; Italiano&#8221; ist ein neuer Lichtblick am Sternenhimmel der Weyher Gastronomie! Den Gast erwartet im Richtweg 78 ein modernes, hochwertiges und stilvolles Ambiente.  Eine feine, frische Küche mit viel Gemüse und ein ambitioniertes Team kümmern sich liebevoll &#8230; <a href="http://www.zweitgeist.net/2012/01/da-gehen-wir-mal-essen-dall-italiano/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nehmen wir es gleich vorweg: &#8220;Dall&#8217; Italiano&#8221; ist ein neuer Lichtblick am Sternenhimmel der Weyher Gastronomie!</p>
<p>Den Gast erwartet im Richtweg 78 ein modernes, hochwertiges und stilvolles Ambiente.  Eine feine, frische Küche mit viel Gemüse und ein ambitioniertes Team kümmern sich liebevoll um den Gast, der sich hier jederzeit herzlich willkommen fühlt.</p>
<p>Die aktuellen Angebote werden dem Gast auf großen Schiefertafeln am Tisch vorgestellt. Die <a href="http://ristorante-dallitaliano.de/unsere-speisen/">Speisekarte </a>ist umfangreich und durchgehend italienisch. Die Pasta wird selbstverständlich frisch zubereitet. Alle Fleischgerichte werden mit Saisongemüse &amp; Rosmarinkartoffeln serviert. Ein Lavasteingrill sorgt dabei für einen feinen einzigartigen Geschmack. Fisch gibt es frisch aus der Vitrine.</p>
<p><span id="more-8739"></span>Mein <em>Saltimbocca alla Romana </em>wie auch das <em>Filetto in Salsa burro e salvia profumata ai Porcini </em>meines Gastes, alles war à point und von höchster Güte. Auch die <a href="http://ristorante-dallitaliano.de/app/download/4278341802/Weinkarte.pdf">Weinkarte</a> ließ ebenfalls nicht zu wünschen übrig. Mein <em>&#8220;Nero d&#8217; Avola&#8221;</em> war ebenso überzeugend wie der <em>&#8220;Chardonny Veneto&#8221; </em>gegenüber.</p>
<p>Der Inhaber, Valdet Berisha, von allen &#8221;Mario&#8221; genannt, ist in Weyhe kein Unbekannter. Einst arbeitete er bei &#8220;Zia Teresa&#8221; am Markplatz. Nun hat er seinen eigenen Traum von einem italienischen Restaurant verwirklicht. Wir freuen uns mit ihm.</p>
<p>Und endlich korreliert ein gutes Restaurant offenbar auch mit einer exzellenten <a href="http://www.ristorante-dallitaliano.de/">Internetseite</a>, die zur Zeit aufgebaut wird. Selbstverständlich kann der Gast dort die umfangreiche Speisekarte einsehen und Plätze reservieren, was sich besonders für das Wochenende empfiehlt.</p>
<p>Die Besitzer einer Weyhe,- Stuhr- oder Syke-Card können übrigens auch hier Bonuspunkte sammeln.</p>
<p><strong>Speisen</strong><p><strong class="rating">Bewertung:</strong>&nbsp;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&nbsp;</p><br />
<strong>Service</strong><p><strong class="rating">Bewertung:</strong>&nbsp;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&nbsp;</p><br />
<strong>Lage</strong><p><strong class="rating">Bewertung:</strong>&nbsp;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9734;&nbsp;</p><br />
<strong>Einrichtung</strong><p><strong class="rating">Bewertung:</strong>&nbsp;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&#9733;&nbsp;</p></p>
<p>Richtweg 78<br />
28844 Kirchweyhe<br />
Tel. 04203 -43 83 83<br />
eMail: <a href="mailto:info@ristorante-dallitaliano.de">info@ristorante-dallitaliano.de</a><br />
Internet: <a href="http://www.ristorante-dallitaliano.de/">http://www.ristorante-dallitaliano.de/</a></p>
<p><strong>Öffnungszeiten:</strong><br />
MO &#8211; SA 11.00 &#8211; 14.30 und 17.00 &#8211; 23.00 Uhr<br />
SO + Feiertage 12.00 &#8211; 15.00 und 17.00 &#8211; 23.00 Uhr</p>
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		<title>Da fahren wir mal hin &#8211; &#8220;Worpswede&#8221; / Teil 2</title>
		<link>http://www.zweitgeist.net/2012/01/da-fahren-wir-mal-hin-worpswede-teil-2/</link>
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		<pubDate>Fri, 27 Jan 2012 06:53:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Heidtmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Da fahren wir mal hin]]></category>
		<category><![CDATA[Worpswede]]></category>

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		<description><![CDATA[Um alle Sehenswürdigkeiten  Worpswedes zu besuchen, reicht ein Nachmittag keinesfalls aus. Also machten wir uns ein zweites Mal auf den Weg, um auch den Rest kennenzulernen. Wir schauten uns in dieser Reihenfolge die &#8220;Käseglocke&#8221;, den &#8220;Barkenhoff&#8221;, das &#8220;Haus im Schluh&#8221; und &#8230; <a href="http://www.zweitgeist.net/2012/01/da-fahren-wir-mal-hin-worpswede-teil-2/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_8506" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.zweitgeist.net/wp-content/uploads/2011/12/Barkenhoff.jpg"><img class="size-medium wp-image-8506" title="Barkenhoff" src="http://www.zweitgeist.net/wp-content/uploads/2011/12/Barkenhoff-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Der Barkenhoff (Foto: khh)</p></div>
<p>Um alle Sehenswürdigkeiten  Worpswedes zu besuchen, reicht ein Nachmittag keinesfalls aus.</p>
<p>Also machten wir uns ein zweites Mal auf den Weg, um auch den Rest kennenzulernen. Wir schauten uns in dieser Reihenfolge die &#8220;Käseglocke&#8221;, den &#8220;Barkenhoff&#8221;, das &#8220;Haus im Schluh&#8221; und den &#8220;Worpsweder Bahnhof&#8221; an.</p>
<p>In der &#8220;<a href="http://www.worpswede.de/kunst-kultur/museen/kaeseglocke">Käseglocke</a>&#8221; wurden wir von einem überaus freundlichen Herren des Fördervereins empfangen, der uns in die Geschichte des Hauses einweihte. Das überwiegend aus Holz gebaute Kuppelhaus liegt von Kiefern umgeben auf einem Waldgrundstück an der Lindenallee. Das architektonisch einzigartige runde Bauwerk diente dem Schriftsteller Edwin Koenemann von 1926 an als Wohnhaus.</p>
<p><span id="more-8501"></span>Ursprünglich vom Architekten Bruno Taut gestaltet und mit farbiger Außengestaltung und expressionistischen Details versehen, sorgte das Gebäude wegen seiner ungewöhnlichen Iglu-Form für Aufsehen und erhielt von den Worpswedern den Namen &#8220;Käseglocke&#8221;. Doch das Wohngefühl ist einzigartig. Da die <a href="http://www.freunde-worpswedes.de/">&#8220;Freunde Worpswedes e.V.&#8221; </a>auf den Erlebnischarakter dieses Museums großen Wert legen, darf man sich überall setzen, verweilen, die einmalige Atmosphäre genießen und sich fast wie zu Hause fühlen.</p>
<p><!--more--></p>
<p>Der <a href="http://www.worpswede.de/kunst-kultur/museen/barkenhoff">&#8220;Barkenhoff&#8221;</a> war zwischen 1895 und 1923 die Wohn- und Arbeitsstätte Heinrich Vogelers. Er gestaltete das Anwesen mit seinem weitläufigen Garten als Gesamtkunstwerk. Heute beherbergt der Barkenhoff das Heinrich-Vogeler-Museum mit einer umfassenden Präsenz seines vielschichtigen Werks. Die Remisen des Gebäudeensembles werden nach einer Sanierungsphase im Mai 2012 wiedereröffnet. Sie bieten Raum für Sonderausstellungen und ein kleines Café.</p>
<p>In den Ateliers auf dem Barkenhoff und sechs Ateliers &#8220;Vor den Pferdeweiden&#8221; waren im Laufe der Jahre über 500 Künstler aus mehr als 35 Ländern als Stipendiaten in Worpswede.</p>
<p>Das &#8220;<a href="http://www.haus-im-schluh.de/">Haus im Schluh</a>&#8221; erfährt derzeit ebenfalls umfangreiche Sanierungsarbeiten (übrigens wie der Barkenhoff mit Europäischen Fördermitteln) und ist deshalb nicht zugänglich. Danach ist es jedoch wieder einer der reizvollsten Anziehungspunkte in Worpswede. Ein Spaziergang von gut zehn Minuten führt aus der Ortsmitte hinunter in die grüne Idylle dieses romantischen Anwesens. Die Nachkommen von Martha und Heinrich Vogeler präsentieren hier seit vier Generationen in den beiden reetgedeckten Fachwerkhäusern Heinrich Vogelers Kunst. Die wichtigsten Objekte und Kunstwerke der Sammlung bleiben während der Sanierungsarbeiten aber weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich.</p>
<p>Der <a href="http://www.worpsweder-bahnhof.de/">Worpsweder Bahnhof </a>wurde ebenfalls vom Jugendstilkünstler Heinrich Vogeler und seinem Mitarbeiter Alfred Schulze entworfen und Weihnachten 1910 feierlich  eingeweiht. Das Gebäude selbst und die komplette Inneneinrichtung, von den Möbeln bis zu den Wandgestaltungen, wurden speziell für den Bahnhof konzipiert. Sie begeistern die Gäste noch heute. Er ist der einzige Bahnhof an der Strecke, der sowohl in der Architektur als auch im Innenausbau die Zeit überdauert hat.</p>
<p>Im Warteraum der I. Klasse lässt sich in kleiner Runde ebenso angenehm speisen wie in großer Gesellschaft. Die Wände des großzügigen, ganz in Weiß und Gelb gehalten Raumes,<br />
werden von Wandmalereien Vogelers verziert.</p>
<p>Im Warteraum der II. Klassee sind die originale Tapete von Heinrich Vogeler und einige Radierungen des Künstlers erhalten. Im Winter knistert ein Feuer im rot geklinkerten Kamin. Trotz des meist regen Treibens vor dem Zugang zur Küche findet man hier eine entspannte, wohlige Atmosphäre.</p>
<p>Wer eher eine urige und verrauchte Kneipenatmosphäre sucht, ist in der III. Klasse  richtig. Im Nebenraum endete unser zweiter Besuch bei einem Stück Apfelkuchen und Tee bzw. Kaffee.</p>
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		<title>Rating Agenturen</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Jan 2012 06:49:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans-Werner Kleindiek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gastbeitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Rating Agenturen]]></category>

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		<description><![CDATA[Immer wieder melden sich die sogenannten Rating Agenturen (wovon die meisten Horrormeldungen lediglich von drei amerikanischen kommen und es kaum bekannt ist, ob es noch weitere gibt, und wenn, dann sind sie eher etwas zurückhaltender) zu den unpassendsten Augenblicken zu &#8230; <a href="http://www.zweitgeist.net/2012/01/rating-agenturen/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Immer wieder melden sich die sogenannten Rating Agenturen (wovon die meisten Horrormeldungen lediglich von drei amerikanischen kommen und es kaum bekannt ist, ob es noch weitere gibt, und wenn, dann sind sie eher etwas zurückhaltender) zu den unpassendsten Augenblicken zu Wort. Man könnte meinen, die Sache hat System.</p>
<p>Gerade jetzt sorgen sie wieder für eine gewisse Missstimmung (auch wenn alle versuchen den Ball flachzuhalten). Mal wieder werden neun Länder herabgestuft und die Unsicherheit steigt erneut an. Natürlich reagiert der gierige Aktienmarkt stets von einer Sekunde auf die andere.</p>
<p>Dann wird ganz schnell noch einer nachgeschoben mit der Herabstufung des Rettungsfonds EFSF.</p>
<p><span id="more-8708"></span>Nun, ich bin alles andere als ein Finanzexperte, und die Spielchen der Reichen und Schönen auf der Welt mit den Milliarden kann niemals meines werden. Seit langem wundert mich allerdings eines:</p>
<p>Warum lässt EUROPA das mit sich ohne Gegenwehr geschehen? Wir sind ja nun wirklich keine kleine Würstchenbude (wenngleich in einer sehr heterogenen Zusammensetzung) und stellen schon eine nicht uninteressante Wirtschaftskraft dar.  Dennoch lassen wir uns von den amerikanischen Ratingagenturen ständig an der Nase rum führen. Dabei sind sie doch ein Vorbild an Profitgier. Außerdem scheint doch offensichtlich, dass ausschließlich amerikanische Interessen dahinter stecken.</p>
<p>Dabei sitzen die nun wirklich in einem Glashaus und haben ihre eigenen Finanzprobleme seit Jahren nicht mehr im Griff (wer hat das schon in einer Welt, die nur nach immer reicher, immer höher, immer mehr giert – koste es was es wolle).</p>
<p>Warum leistet sich Europa keine eigene Ratingagentur (wenn wir schon unbedingt eine derartige Einrichtung benötigen)? Wäre doch mal interessant zu erleben, was passiert, wenn diese dann die USA herabstufen!</p>
<p>Wohlgemerkt: sicher kein Kommentar eines Finanzexperten; doch eines normalen Bürgers, dem bei den vielen Milliarden und Billionen schon lange ganz schwindelig geworden ist.</p>
<p>Hans-Werner Kleindiek</p>
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		<title>Der Sonntag gehört uns!</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 06:18:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Heidtmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Sonntag]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Flexibilisierung der Arbeitszeit hat enorme &#8220;Fortschritte&#8221; gemacht. Seit Jahren wird seitens der Wirtschaft auch an der letzten Bastion gebohrt. Unproduktive Zeiten,  das ist &#8220;Teufelszeug&#8221; für das Kapital, das seine Maschinen am liebsten jeden Tag rund um die Uhr auslasten möchte. Doch &#8230; <a href="http://www.zweitgeist.net/2012/01/der-sonntag-gehort-uns/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Flexibilisierung der Arbeitszeit hat enorme &#8220;Fortschritte&#8221; gemacht. Seit Jahren wird seitens der Wirtschaft auch an der letzten Bastion gebohrt. Unproduktive Zeiten,  das ist &#8220;Teufelszeug&#8221; für das Kapital, das seine Maschinen am liebsten jeden Tag rund um die Uhr auslasten möchte.</p>
<p>Doch noch ist der Sonntag in unserer westlichen Kultur durch die christliche Religion stark verankert, auch wenn kaum noch jemand zum Gottesdienst geht.</p>
<p>Warum ist so ein freier Tag auch in modernen Zeiten weiterhin wichtig? Jeder Mensch braucht schöpferische Pausen. Niemand kann acht Stunden konzentriert durcharbeiten. Wer erfolgreich sein will, muss Pausen machen. Nur, wer pausiert, kann wahrnehmen, was gelungen ist. Wer arbeitet, muss Pausen machen. Kein Gott und kein Mensch kann offenbar pausenlos arbeiten.<em><span id="more-8683"></span>&#8220;Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes, da sollst du kein Werk tun, weder du, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in deinen Toren ist. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer, und alles was darinnen ist. Aber am siebenten Tag ruhte er von allen seinen Werken. Darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte ihn.“ (Mose 20,8-11)</em></p>
<p>Er hat inzwischen fast etwas Anachronistisches, auch wenn der Sonntag bereits auf vielfachem Wege ausgehöhlt wurde (Tankstellenshops, verkaufsoffene Sonntage, touristische Sonderregelungen).</p>
<p><em>&#8220;An einem Sonntag einkaufen zu können, setzt uns noch zusätzlich unter Druck. Wir gewinnen den Sonntag nicht, sondern verlieren ihn. Denn wir verlieren die Zeit, die gekauften Produkte auch zu genießen.&#8221; </em>(Helmut Rosa)</p>
<p>Der Sabbat war ursprünglich der letzte Tag der Woche. Daher beginnt die Woche nach jüdischer, christlicher und islamischer Tradition mit dem Sonntag. Die älteste Bezeichnung des christlichen Sonntags ist „Erster Tag nach dem Sabbat“. Den Sonntag zum Tag des Herrn hat der zum christlichen Glauben bekehrte römische Kaiser Konstantin im Jahre 321 gemacht &#8211; deshalb auch &#8220;domenica / dimanche&#8221;. Dass die Woche in den meisten europäischen Staaten inzwischen mit dem Montag beginnt, ist eine andere Geschichte.</p>
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		<title>Schiffstragödie &#8211; &#8220;Costa Concordia&#8221;</title>
		<link>http://www.zweitgeist.net/2012/01/schiffstragodie/</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 06:05:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans-Werner Kleindiek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gastbeitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Modernes Leben]]></category>
		<category><![CDATA[costa concordia]]></category>

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		<description><![CDATA[In diesen Tagen werden wir überhäuft von den Berichten um ein Schiffsunglück in Italien. Wie immer bei den verschiedensten Berichten und Kommentaren muss man unterscheiden zwischen Realität, Sensationsberichten, Interviews, sachlichen Meldungen usw. Wenn jemand wie ich selber zur See gefahren &#8230; <a href="http://www.zweitgeist.net/2012/01/schiffstragodie/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In diesen Tagen werden wir überhäuft von den Berichten um ein Schiffsunglück in Italien.</p>
<p>Wie immer bei den verschiedensten Berichten und Kommentaren muss man unterscheiden zwischen Realität, Sensationsberichten, Interviews, sachlichen Meldungen usw. Wenn jemand wie ich selber zur See gefahren ist, dann hat er zu manchen Themen und Berichten einen anderen Blickwinkel und wünscht sich saubere Fakten (auch wenn diese vielleicht nicht so interessant sind).</p>
<p>Zu Beginn muss man immer das Leid der Menschen sehen, und dabei denke ich selbstverständlich nicht nur an die Passagiere; denn auch die Besatzung kämpft irgendwo ums überleben (da gibt es dann immer gerne die Kommentare, dass das schließlich ihr Beruf ist, und sie sich um das Wohl (auch bei einem Notfall) der Passagiere zu kümmern haben – eigene Interessen haben da zurück zu stehen – das sagt sich so leicht &#8230;).</p>
<p>Wie fange ich an? Zuerst einmal hat das Schiff an der Unglücksstelle überhaupt nichts zu suchen. Wenn der Kapitän schon meint, diese Passage durchfahren zu wollen, dann bitte doch mit dem entsprechenden Abstand. Aber nun, dass alles ist nicht so geschehen (warum auch immer).  Ich bin auch der Meinung, dass die Reederei davon Kenntnis hat, es ist nur bisher nie etwas passiert. Es gibt die Aussagen, dass immer dieser Weg genommen wird (wenn auch vielleicht nicht genehmigt); aber Menschen halten doch nicht den Mund, darüber wird doch gesprochen. Überdies gibt es hier und da Kontrollen, und in den Logbüchern kann man exakt den gefahrenen Kurs nachvollziehen.</p>
<p><span id="more-8724"></span>Außerdem ist anzunehmen, dass das Schiff wahrscheinlich zu schnell in der Durchfahrt war (immerhin ein 70m langer Riss – wenn die Meldungen stimmen). In so einer engen Stelle fährt man mit der niedrigsten Fahrstufe. Trotzdem gilt zu bedenken, dass ein Schiff niemals wie ein Auto reagiert. Wenn man das Steuer nach Backbord legt, dann fährt es (je nach Umstände: Strömung – Wind usw.) noch lange nicht nach Backbord – und das alles sehr langsam. Die Costa Concordia ist nun mal kein kleines Boot, sondern reagiert entsprechend schwerfällig.</p>
<p><!--more-->Das Schiff hat sich offensichtlich relativ schnell auf die Seite gelegt, also entsprechend heftiger Wassereinbruch. Nun kenne ich nicht die Schotteneinteilung auf dem Schiff, genau diese beeinflusst die einströmende Wassermenge und die Ursache für ein schnelles sinken oder kentern. Eine sehr kleine Schotteneinteilung ergibt kleine Abteilungen – also läuft nicht eine große Abteilung voll und macht das Schiff instabil, sondern mehrere kleine und dann auch nicht weiter. Nicht weiter, wenn alle Schotten zur nächsten Abteilung dicht sind. Das weiß jeder Seemann; denn dann ist eine größere Sicherheit gewährleistet.</p>
<p>So etwas muss vor dem Auslaufen immer kontrolliert werden und Vollzug an die Brückenbesatzung (war das der Fall – ist das überhaupt immer üblich, oder fällt die Sorgfalt dem Faktor Zeit zum Opfer?). Auf modernen Schiffen dieser Größenordnung kann man eigentlich an optischen Signalen sehen, ob alle Schotten dicht sind (natürlich geöffnet wenn man in eine andere Abteilung geht, und wieder schließen – ganz normal). Schließen überhaupt alle Schotten automatisch (denn auf modernen Schiffen geht das automatisch – und auf jeden Fall immer im Notfall) oder sind Gegenstände im Weg? Nur diese wenigen Punkte bergen große Gefahren bei Nichteinhaltung, wenn es dann zu einem Notfall kommt.</p>
<p>Nun mag man über diese Zeilen schmunzeln und denken: was soll die Erklärung bezgl. einer Schotteneinteilung? Nun, die Schiffe werden im größer und es soll an keinem Luxus fehlen. Da fallen den Planern dieser Schiffe die verrücktesten Ideen ein. Wie man liest, gibt es heute bereits Schiffe mit Golfplatz (natürlich mit echtem Rasen) – Schiffe mit einer Skipiste – das normale Schwimmbad tut es auch nicht mehr, da muss eine extrem lange Rutsche mit her (auf allen Fotos der Costa Concordia gut zu erkennen – vom Schornstein her – riesige Theater und Tanzsäle – nun ja, 5.000 Personen – große Casinos &#8211; riesige und sehr lange Einkaufspassagen, die oft miteinander verschlungen sind &#8211;  usw.).</p>
<p>Viele dieser Einrichtungen brauchen sehr viel Platz und keine ständigen Einschränkungen durch irgendwelche Schotten. Allerdings, wenn derartige Räumlichkeiten bei einer Havarie voll laufen (womöglich übergreifend in den nächsten Saal), dann ist es mit der Stabilität des Schiffes ganz schnell vorbei). Darum, bei allem Spaß und allem Luxus darf ich nicht übersehen, dass damit eine Sicherheit immer eingeschränkt ist und wahrscheinlich auch nicht mehr garantiert werden kann. Wobei ich mich wirklich frage (man möge mir diesen Gesichtspunkt verzeihen): was soll das alles? das ist für mich keine Seefahrt mehr – gerade die Ruhe (nicht die Hektik des Alltags) bringt mir bei einer Seefahrt die erforderliche Erholung – nicht aber das ganze große Theater drum herum.</p>
<p>Auf der Brücke hätte die fahrende Besatzung die Gefahr erkennen müssen. Moderne Schiffe dieser Art verfügen über eine entsprechende Elektronik über und unter Wasser und für den Luftraum, um rechtzeitig informiert zu werden. Ich kann mir nun wirklich schwerlich vorstellen, dass die Geräte plötzlich alle ausgefallen sind (aber auch so etwas gibt es – kann allerdings festgestellt werden). Ansonsten muss das gesamte fahrende Brückenpersonal gepennt haben. Aber das alles ist passiert und kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.</p>
<p>Nun kommt allerdings ein ganz bestimmter Faktor hinzu, der das ganze Dilemma im Notfall eingrenzen kann. Es ist stets die entscheidende Frage, ob derartige Notfälle entsprechend geübt werden, und zwar nicht nur seitens der Besatzung sondern auch aller Passagiere. Genau in diesem Punkt sehe ich ein großes aber entscheidendes Manko.</p>
<p>Zu meiner Fahrenszeit (allerdings bei der Bundesmarine), haben wir genau diese wichtige Ereignisse bis zum erbrechen immer und immer wieder geübt. Zu jeder Tages- und Nachtzeit z.B. Ruderversager, Mann über Bord und vieles mehr. Das geht an die Substanz (alles neben dem Dienst) und wir haben oft geflucht. Nur irgendwann kannte jeder die Handgriffe im Schlaf und fand sich auf dem Schiff selbst bei völliger Dunkelheit zurecht.</p>
<p>Dann ist im Notfall trotzdem der eine oder andere nervös, keine Frage; aber es kommt nicht zur Panik; denn jeder kennt seine Station, seine Wege und Aufgaben. Eine Woche Schiffsicherungslehrgang in Neustadt mit Feuer im Schiff, Leckabwehr usw. waren kein Honig schlecken. Nun neigen Menschen, die damit nicht vertraut sind, gerne zu der Aussage: Drill – Schikane – unnötige Schinderei usw. (siehe meine Berichte zum Unglücksfall auf der Gorch Fock und das entsprechende Training).</p>
<p>Sie, lieber Leser, liebe Leserin werden sehr treffend anmerken, dass geht auf so einem Kreuzfahrtschiff nicht. Sehe ich gerne ein und verstehe den Einwand. Doch zwischen meinem Beispiel und der heute gängigen Praxis auf den Luxuslinern liegen Lichtjahre.</p>
<p>Warum kann man den Passagieren nicht eine vernünftige Übung zumuten , und auch mal während der Essenszeit, und auch mal spät abends – also nicht nur einmal – zwischendurch mal erinnern – „Kennen Sie noch Ihre Rettungsinsel und wissen Sie wie Sie problemlos (auf genau vorgeschriebenen Wegen) dahin kommen?“ Zu aller Sicherheit ist das unbedingt notwendig. Das lernt man nicht, wenn einem mal kurz im Zeitraffer die Schwimmweste erklärt wird. Das behält man auch nicht, wenn die Wege einmal abgeschritten werden. Nur, mal ganz im Ernst, würden Sie das mit machen? Ich bin mir ziemlich sicher, es gäbe einigen Ärger und Unverständnis. Für die eigene Sicherheit und die aller an Bord befindlichen Personen jedoch extrem wichtig (wie sich leider wieder einmal zeigt).</p>
<p>Wie ist es überhaupt mit der Besatzung gestellt? Wie gut beherrschen sie das von mir beschriebene Szenario? Wie oft werden die Situationen geübt? So etwas müsste per Gesetz zur Pflicht werden und ist per Protokoll schriftlich im Logbuch festzuhalten. Dieses wiederum muss mindestens einmal im Jahr von übergeordneter Partei (z.B. Revision der Reederei) kontrolliert werden, nicht nur anhand der Eintragungen sondern auch praktisch im Rahmen einer entsprechenden Übung. Geht das etwa auch nicht, weil das Schiff nur während der Kreuzfahrt Geld einbringt? Wie viel ist jeder Reederei die Sicherheit wert?</p>
<p>Natürlich kann man nicht jeden Unglücksfall vorher sehen, und es passiert ja zum Glück sehr selten etwas. Nur wenn es dann dieses eine Mal sein soll, dann bin ich ein wenig vorbereitet und gerate nicht so ganz schnell in Panik. Wobei mir auch klar ist, dass Übung und Praxis anders aussehen. Hier waren offensichtlich alle Besatzungsmitglieder mit der Situation völlig überfordert (auch die komplette Schiffsführung – wenn man allen bisherigen Meldungen glauben darf).</p>
<p>Selbstverständlich ist es extrem schwierig, eine in Panik geratene, schreiende Masse (fast 5.000 Menschen) sinnvoll und ordentlich zu lenken. Doch so wie die bisherigen Meldungen waren, funktionierten offenbar einige technische Dinge schon nicht beim herunterfahren der Rettungsboote. Durch das Kentern des Schiffes fiel natürlich eine Seite für die mögliche Rettung ziemlich schnell aus.</p>
<p>Dann kommen sofort die Kommentare: nie wieder betrete ich ein Schiff! – wenn ich diese Aussage ernst nehmen will, dann dürften unsere Straßen völlig leer sein – und heute las ich dann wieder die Geschichte über die Unsinkbarkeit von Schiffen. Die kann es nicht geben – ein Doppelkammerschiff ist selbstverständlich sicherer  (und bringt gerade bei gefährlichen Gütern etwas mehr Sicherheit); doch unsinkbar ist auch so ein Schiff nicht. Bei einer Kollision funktioniert es nicht, und bei extrem schwerer See ebenfalls nicht.</p>
<p>Dennoch, bei aller Tragik dieses Unglücks dürfen wir erkennen, dass derartige Tragödien zum Glück sehr selten sind. Möge es weiter so sein, und möge die Einsicht überhand gewinnen, bei allem Luxus und aller Profitgier die Sicherheit von Schiff und Mensch nicht aus den Augen zu verlieren.</p>
<p>Soeben meldet die &#8220;Tagesschau&#8221;, dass die Reederei der Costa Concordia mit einem Schiffstyp derselben Art an dem Unglücksort vorbeifährt – Sensationstouristik oder wie soll man das nennen – etwas geschmackloseres kann man sich wohl kaum vorstellen – da suchen Taucher und Helfer noch nach Überlebenden oder Toten – da droht der Küste eine furchtbare Umweltkatastrophe – und die schippernden mit Tausenden an der Unglücksstelle vorbei .</p>
<p>Die Reederei hat wahrlich gelogen; denn schon wieder fährt ein Schiff Ihrer Kreuzschiffahrtsflotte diese Gefahrenstelle – von der sie angeblich nichts gewusst haben wollen. Diese dauernde Profitgier – was kümmern mich so ein paar Ertrunkene von<br />
gestern!</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Hans-Werner Kleindiek</p>
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		<title>Unsere deutsche Sprache</title>
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		<pubDate>Wed, 18 Jan 2012 06:36:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans-Werner Kleindiek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Denglisch]]></category>
		<category><![CDATA[Fremdworte]]></category>

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		<description><![CDATA[Kürzlich kommt in einer regionalen Nachrichtensendung ein interessanter Beitrag zum Thema „Ersthelfer“. Das war’s dann auch mit dem Namen „Ersthelfer“ – mit Beginn des Berichtes und des anschließenden Interviews sprach man plötzlich von „First Responder“ – das klingt natürlich ganz &#8230; <a href="http://www.zweitgeist.net/2012/01/unsere-deutsche-sprache/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kürzlich kommt in einer regionalen Nachrichtensendung ein interessanter Beitrag zum Thema „Ersthelfer“.</p>
<p>Das war’s dann auch mit dem Namen „Ersthelfer“ – mit Beginn des Berichtes und des anschließenden Interviews sprach man plötzlich von „First Responder“ – das klingt natürlich ganz anders.</p>
<p>Ich frage mich immer und immer wieder: Was soll das? Was veranlasst uns, unsere Muttersprache dauernd mit fremdsprachlichen Begriffen zu ersetzen? Beim näheren Hinsehen habe ich dann herausgefunden, das „First Responder“ bedeutet: Erst-Reagierender / Erst-Eintreffender. Bitte noch einmal meine Frage: Warum dann die Abänderung unseres doch absolut zutreffenden Wortes: „Ersthelfer“? Was wollen wir uns damit beweisen?</p>
<p><span id="more-8655"></span>Im Radio gibt es nur noch „Features“. Diese Reihe ließe sich unendlich fortsetzen. Ich behaupte schlichtweg, dass kein Land der Erde derart mit seiner Muttersprache umgeht wie wir es tun.</p>
<p>Natürlich gab und gibt es immer Zeiten, in denen anderes Wortgut den Zugang in unsere Sprache findet und gefunden hat; doch in dieser Zeit ist es offensichtlich zum Volkssport geworden. Dieses, obschon kürzlich in einer Gesprächsrunde (heute wohl besser „Talkshow“) deutlich wurde, wie wunderbar unsere Sprache ist und wie treffend die Worte das aussagen, was sie bedeuten. Welch ein Widerspruch!</p>
<p>Dass die EDV-Sprache völlig anders klingt und niemand mehr weiß (außer den Spezialisten) was gemeint ist, lässt sich nicht mehr ändern (die meisten Begriffe findet man nicht mal im Fremdsprachenlexikon – also muss ein eigenes DV-Lexikon her – damit sind wir aber auch nicht schlauer). Das schafft natürlich den Spezialisten den enormen Vorteil, sich unterhalten zu können, ohne dass die Allgemeinheit mitbekommt, worüber gesprochen wird. Außerdem macht man sich unabkömmlich; denn bei auftretenden Problemen kommt man als &#8220;User&#8221; nie selber weiter.</p>
<p>Nur müssen wir außerhalb dieser DV-Welt auch so verfahren? Muss ich es grundsätzlich als gegeben hinnehmen, Texte nur noch in Verbindung mit einem Lexikon lesen zu können?</p>
<p>Hans-Werner Kleindiek</p>
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		<title>William Shakespeare &#8211; &#8220;König Heinrich VIII.&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Jan 2012 06:58:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Karl-Heinz Heidtmann</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Heinrich VIII.]]></category>
		<category><![CDATA[Shakespeare]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Ensemble von &#8220;Shakespeare und Partner&#8221; geht seit etwa zehn Jahren getrennte Wege von der Keimzelle der &#8221;Shakespeare Company&#8221; in Bremen. Unter der Leitung von Norman Kentrup und Dagmar Papula sind seitdem viele preisgekrönte Inszenierungen entstanden. Am vergangenen Samstag führte ganz elisabethanisch &#8230; <a href="http://www.zweitgeist.net/2012/01/shakespeare-konig-heinrich-viii/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_8669" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.zweitgeist.net/wp-content/uploads/2012/01/DSCN0243.jpg"><img class="size-medium wp-image-8669" title="DSCN0243" src="http://www.zweitgeist.net/wp-content/uploads/2012/01/DSCN0243-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Foto: khh</p></div>
<p>Das Ensemble von &#8220;<a href="http://www.shakespeareundpartner.de/">Shakespeare und Partner</a>&#8221; geht seit etwa zehn Jahren getrennte Wege von der Keimzelle der &#8221;<a href="http://www.shakespeare-company.com/">Shakespeare Company</a>&#8221; in Bremen. Unter der Leitung von Norman Kentrup und Dagmar Papula sind seitdem viele preisgekrönte Inszenierungen entstanden.</p>
<p>Am vergangenen Samstag führte ganz elisabethanisch ein Männerensemble von fünf Schauspielern (Sebastian Bischoff, Andreas Erfurth, Jan Maak, Urs Stämpfle, Markus Weckeser &#8211; der als Regisseur den erkrankten Norman Kentrup ersetzte), die alle im raschen Wechsel und minimalen Kostümtausch gut in ein Dutzend Rollen schlüpften, in der KGS Leeste das Stück &#8220;Alles wahr &#8211; König Heinrich VIII.&#8221; auf.</p>
<p><span id="more-8666"></span>Dass ein Theaterstück trotz eines minimalistischen Bühnenbilds hervorragend und spannend gelingen kann, wurde hier einmal mehr bewiesen: Ein Proszenium-Podest (im griechischen Theater war das <em>&#8220;proskenion&#8221;</em> ein fassadenartige Vorbau vor der <em>&#8220;skene&#8221;</em>, wo auch die Schauspieler auftraten) ohne  Kulissen, ein schwerer Holzstuhl im Bühnenzentrum, ein Tablett mit Speisen, das war&#8217;s.</p>
<p>Staunens- und bewunderungswürdig war nicht nur die Kunst der optischen Verwandlung jedes einzelnen Schauspielers, sondern vor allem deren Übernahme noch gegenteiligsten Rollen wie auch Frauenrollen in einem quicklebendigen Theaterstück.</p>
<p>Im Mittelpunkt des Dramas steht die Titelfigur Heinrich VIII., den man als Schüler ggf. aus dem Geschichtsunterricht wegen seiner insgesamt sechs Eheschließungen, von denen zwei mit Scheidung und zwei mit der Hinrichtung der Ehefrau endeten, kennt.</p>
<p>Doch bei dieser Geschichte geht es nicht darum. Es geht vielmehr um Einfluss, Geld und Macht. In diesem letzten Stück Shakespeares, das 1613 im Globe Theatre uraufgeführt wurde, dreht sich Machtspirale ständig. Im ersten Akt scheitert der Lord Buckingham mit seinen Plänen und wird geköpft. Der engste Vertraute des Königs, Kardinal Wolsey, zunächst berauscht von der eigenen Machtfülle, stolpert über seine Gier und Hybris und stirbt verstoßen und verarmt.</p>
<p>Doch nach dem Tod dieses bösartigen Intriganten kehren nicht etwa Frieden, Gerechtigkeit und Ruhe am Hofe ein. Im Gegenteil, das Intrigenspiel wird fortgesetzt, nur die Protagonisten sind jetzt andere. Der Zuschauer erlebt Konflikte, Ränkeschmiede, Konkurrenz und Eitelkeiten der politische Kaste und Hofschranzen im Buhlen um die Gunst des Königs.</p>
<p>Der Zuschauer erkennt an diesem Abend erschüttert die Parallelen zur aktuellen Zeitgeschichte: Der Mechanismus von Macht und Gier läuft noch heute wie geschmiert. Kaum etwas hat sich geändert, nur dass damals niemandem eine Justiz beisprang und heute den Protagonisten der Tower und Schlimmeres erspart bleibt &#8211; Wulff, Schröder, Hartz, Rürup und Konsorten lassen grüßen.</p>
<p>Trotz noch bestehender Ehe mit Katharina von Aragón und ohne päpstliche Erlaubnis heiratete Heinrich die junge Anne Boleyn, von der er sich einen männlichen Thronfolger erhofft.  Lordkanzler Thomas Morus, der gegen die zweite Eheschließung ist, hat bereits zuvor sein Amt niedergelegt.</p>
<p>Dies stärkt die Position Annes derart, dass nach dem Tod des bisherigen Erzbischofs von Canterbury, William Warham, als eines der ersten Resultate der Hauskaplan der Boleyns, Thomas Cranmer, als neuer Erzbischof von Canterbury eingesetzt wurde. Dieser erklärt denn auch die Eheschließung umgehend für gültig, was zu einer Bannandrohung des Papstes führt und die Trennung von Rom manifestiert.</p>
<p>Erst nachträglich verfügte ein Scheidungsgericht der englischen Kirche die vom Papst nicht anerkannte Annullierung der Ehe Heinrichs mit Katharina von Aragón. Auch sie stirbt einsam und verstoßen.</p>
<p>Doch gebiert Anne Heinrich VIII. statt eines Sohnes eine Tochter: Elisabeth I. Das Stück endet trotz dieser Enttäuschung mit einer Jubelrede auf die neugeborene Elisabeth I. und einer Prophezeiung ihrer späteren Taten durch die höfischen Sykophanten.</p>
<p>&#8220;Alles ist wahr&#8221; ist der Originaltitel &#8211; und Geschichte scheint ein ewiger Kreislauf.</p>
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		<title>Henning Scherf &#8211; &#8220;Grau ist bunt&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 06:56:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans-Werner Kleindiek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Alter]]></category>
		<category><![CDATA[Altersheim]]></category>
		<category><![CDATA[Henning Scherf]]></category>
		<category><![CDATA[Pflege]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer sich schon mal mit dem Thema seines fortschreitenden Alters befasst hat, stolpert automatisch über den Bereich des zukünftigen Wohnens und trifft wahrscheinlich auf das Buch (mit oben genanntem Titel) von Henning Scherf (und sollte es dann auch lesen). Nun, &#8230; <a href="http://www.zweitgeist.net/2012/01/grau-ist-bunt/">Weiterlesen <span class="meta-nav">&#8594;</span></a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich schon mal mit dem Thema seines fortschreitenden Alters befasst hat, stolpert automatisch über den Bereich des zukünftigen Wohnens und trifft wahrscheinlich auf das Buch (mit oben genanntem Titel) von Henning Scherf (und sollte es dann auch lesen).</p>
<p>Nun, ich war in der glücklichen Situation, Henning Scherf zu diesem Thema am 10. Januar d. J. persönlich erleben zu dürfen. Die Räumlichkeit im Pfarrzentrum war prall gefüllt – offensichtlich ein wichtiges Thema. Es fiel auf, dass Henning Scherf jeden Besucher persönlich mit Handschlag und den Glückwünschen für das neue Jahr begrüßte. Beeindruckend und sehr sympathisch, wie ich meine – eine mögliche Distanz war damit von Beginn an ausgeräumt.</p>
<p>Er stieg dann auch sofort und ohne große Umschweife in die Thematik ein (die jetzt im Detail nicht Schwerpunkt dieser Zeilen sein soll – jede/r möge für sich entscheiden das Buch zu kaufen und zu lesen, oder andere Werke zu diesem Thema – auch das Internet bietet reichlich Möglichkeit, sich hierüber schlau zu machen und den Stoff zu vertiefen). Henning Scherf ist nicht nur ein sehr guter Redner, er ist ebenso ein begnadeter Erzähler, der die Zuhörer/innen mit vielen kleinen Beispielen in dieses sehr breite und umfassende Thema mit nahm.</p>
<p><span id="more-8648"></span>Man war schnell geneigt zu sagen: na ja, so ein gut betuchter Politiker mit ebensolcher Familie und solidem Fundament, das kann doch jeder…………. doch was ist mit den Menschen aus eher bescheidenen Verhältnissen und geringen finanziellen Mitteln? Auch dieses Thema wurde nicht ausgespart, und er forderte immer wieder auf Fragen zu stellen, um so mit den anwesenden Menschen ins Gespräch zu kommen. Er wollte nicht der Vortragende und Alleinunterhalter sein, er wollte die Menschen einbeziehen und sie parktisch mitnehmen in diese Welt der anderen  Art zu wohnen und seinen Lebensabend zu erleben.</p>
<p>Also wurde das finanzielle Thema natürlich angesprochen, genauso wie die Altersstruktur der Wohngemeinschaft bis zum Thema Krankheit, schwere oder gar tödliche Krankheit und hin zum Sterben. Die Interessierten sparten keinen Bereich aus, und so war es in der Tat ein ausgesprochen spannender Abend. Sehr einfühlsam ging Henning Scherf gerade auch auf die Problematik der Krankheit bis hin zum Tod ein; denn auch diese Erfahrung hat diese Wohngemeinschaft hautnah erlebt und durchlebt. Immerhin waren die Bewohner zu Beginn alle noch berufstätig und mussten sich in dem Fall organisieren bis hin zur 24 Stundenbetreuung. Alle haben mit gemacht (wie auch bei allen anderen heran stehenden Fragen); denn nur dann funktioniert so ein Modell.</p>
<p>Schließlich wurde auch die Zukunft angesprochen und allen wurde klar, dass diese Gemeinschaft kein Thema aussparen darf und rechtzeitig und im Einvernehmen Lösungen finden muss. Sehr interessant war von Anfang an auch die Erkenntnis, dass von allen Mitbewohnern die gesamten Familien einbezogen waren (Kinder und Enkelkinder – Freunde und Bekannte; denn nicht alle Bewohner sind Ehepaare).</p>
<p>Ein Thema, das Aufmerksamkeit auf breiter Ebene verlangt; denn Seniorenheime auf der grünen Wiese, mit hunderten Betroffenen und wenigen Pflegerinnen und Pflegern, die nur auf den Profit gieriger Investoren aus sind, werden niemals die Lösung sein können. Mehrere Generationen in dem Haus mit vielen gemeinsamen Aktivitäten und der Toleranz, die/den Andere/n so zu akzeptieren wie sie/er ist muss kein Wunschtraum sein, wie der Abend bewiesen hat. Dieses Modell ist nicht mit der Brechstange zu erreichen, verlangt sehr viel Weitblick und darf keine Tabus kennen. So eine Gemeinschaft bringt sicher hier und da Verzicht und radikale Umstellung mit sich; doch am Ende erntet das vorgestellte Beispiel von Henning Scherf große Zufriedenheit und den Aufbruch zu neuen Ufern. Jede und jeder muss für sich entscheiden, ob der Schritt zu wagen ist und man sich darauf einlassen will; doch allein im stillen Kämmerlein oder in einer riesigen Luxusvilla (in der letztlich nur 2 Zimmer bewohnt sind) kann nicht die Lösung und Erfüllung sein.</p>
<p>Eine überaus gelungene Veranstaltung, bei der es Henning Scherf sehr einfühlsam und dennoch ernsthaft gelang, dem Interessierten auf Augenhöhe zu begegnen. Der bei allem Respekt niemals überheblich wirkte, sondern optimistisch und mit großer Überzeugung zeigte, das diese Form des Zusammenlebens mit mehreren Generationen eine Chance für die Zukunft darstellt. Der nicht nur „heile Welt“ vorgaukelte, sondern sehr deutlich auch die Schwierigkeiten und Hürden aufzeigte, die es zu überwinden galt und weiter gelten wird. Man muss sich diesem Thema durchaus kritisch stellen, was sicher auch für die Art solcher Veranstaltungen gilt; denn ob, wann und wie jede und jeder die Kurve zu so einem Einstieg schafft, kann man nur für sich fällen. Mit einem Mann wie Henning Scherf kommt man der Entscheidung vielleicht ein Stückchen näher; denn man glaubt ihm, was er zu sagen hat.</p>
<p>Hans-Werner Kleindiek</p>
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