Verstand – sapere aude

Der Mensch ist mit Verstand gesegnet. Erst dieser unterscheidet ihn von allen anderen Wesen, denen wir instinktgesteuertes – im Gegensatz zum reflektierten – Handeln unterstellen.

Mit Hilfe unseres Verstandes können wir Handlungen probeweise im Geiste vollziehen und ihre Sinnhaftigkeit und Machbarkeit im Vorfeld abschätzen – ein nicht zu unterschätzender evolutionärer Vorteil!

Der Streit darüber, ob der Verstand eher hinderlich ist, ist ebenso müßig wie sinnlos – die Großhirnrinde ist nun einmal da. Dass „Herz“ und „Verstand“ oftmals im Widerstreit stehen, eröffnet auch Handlungsmöglichkeiten.

Weil wir über einen Verstand verfügen, sollten wir lernen, ihn zu nutzen – auch wenn Massenmedien und Politik in den verschiedenen Epochen immer wieder versucht haben, an die niederen Instinkte (Emotionen) des Menschen zu appellieren, um sie für ihre Ziele zu vereinnahmen.

Bereits Beethoven hat sich von Kindheit an bemüht, den Sinn der Besseren und Weisen jedes Zeitalters zu fassen: „Schande für einen Künstler, der es nicht für seine Schuldigkeit hält, es hierin wenigstens so weit zu bringen.“

Sapere aude!“ war denn auch das Motto der Aufklärung, „Wage es, zu wissen!“

Doch ob unser Schulsystem („Bildungspolitik“) und unsere Medienlandschaft darauf ausgelegt sind, die Nutzung seines Verstandes zu fördern, sei dahin gestellt. Manchmal hat man den Eindruck, das Gegenteil sei der Fall: Das Ausmaß an gezielter Verdummung ist oft schon bedenklich.

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1 Antwort zu Verstand – sapere aude

  1. Das Thema kann gar nicht oft genug in unser Bewußtsein zurückgerufen werden, damit es dort immer wieder für Aufruhr sorgt. Danke, dass Du es ansprichst!
    Diese Art Verdummung ist gefährlich. Sie war es immer. Die ständig subtilere Art, Verdummung „unters Volk“ zu streuen, erschreckt.
    Aber wir können heute informiert sein. Darum kann man sich, ja, muss man sich bemühen.
    Der Däne Nikolaj Frederik Severin Grundtvig (1783-1872) hat schon vor 230 Jahren das „oplysning“ dagegen gesetzt. Aufklärung oder Aufhellung im Sinne von „Licht in die Sache bringen“. Besonders die überwiegend ländlich geprägte dänische Bevölkerung wollte er informieren bzw. mit seinen Folkehojskolen dafür sorgen, dass sie sich selbst informieren können.
    Wissen ist immer besser als Nichtwissen, heute mehr denn je, ganz aktuell !!!

    In diesem Sinne wünsche ich eine helle Zeit … in direkt wörtlich gemeinter Art und Weise!

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