Bräuche und Traditionen – Martinstag

Vor einigen Tagen wurde ich durch eine Meldung in den Medien mal wieder völlig umgehauen, Ärger macht sich sofort breit: Da posaunt ein Politiker laut heraus, dass wir doch das „St. Martinsfest“ umbenennen und zukünftig doch vom „Sonne, Mond und Sterne Fest“ sprechen sollten – mit Rücksichtnahme auf Andersgläubige in unserem Lande.

Ein Brauch, eine Tradition oder wie immer wir es nennen wollen, der seit Jahrhunderten zu unserer Kultur gehört und entsprechend gepflegt wird, soll einfach gestrichen und umbenannt werden! Was geht in den Köpfen mancher Politiker nur vor? Oder ist es lediglich eine Profilierungsneurose, weil man zu lange nicht mehr in den Medien präsent war?

Wir sollten bedenken, dass die meisten Völker Europas ihre Wurzeln in der christlichen Kultur haben und diese auch heute noch ihr Zusammenleben prägt. Was also ist falsch daran, sich seiner Wurzeln mittels Traditionen und Bräuchen regelmäßig zu erinnern? Außerdem ist es vermessen, die im Martinstag im Zentrum stehende Handlung des Teilens untereinander anzuzweifeln. Es ist zu einem Teil eine christliche Tat und zum anderen ein völlig normales menschliches Tun.

Jedoch nicht nur dieser Kommentar führt bei mir zum Aufschrei – es hat sich doch sofort eine KITA gefunden, die das Fest gleich entsprechend umbenannt hat. Wo sind wir eigentlich? Was geht in unserer Bevölkerung vor? Wie bitte nennen wir denn zukünftig unser Weihnachtsfest oder was gerade im Kirchenjahr oder kalendarisch ansteht?

Das Brauchtum hat in allen Ländern der Welt zu Recht einen hohen Stellenwert. Dabei ist es zweitrangig, welchen Ursprungs diese Bräuche sind, pflegen sie doch eine wichtige Zusammengehörigkeit des Volkes auf friedlicher Ebene. Auch keiner unserer ausländischen Mitbürger würde seine Bräuche unseretwegen abschaffen – und wir selber kennen doch das Leid der Vertriebenen: Auch sie halten ihr Kulturgut, ihre Bräuche, ihre Sprache usw. hoch und lassen sie nicht einschlafen.

Ich hoffe sehr, dass dieses Ansinnen bald vom Tisch ist, keine weiteren Nachahmer findet und nicht schon morgen jemand einen neuen Blödsinn aus dem Hut zaubert.

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