Die Erfindung des Büros

Die Urform des Büros liegt viele Hundert Jahre zurück: Die Skriptorien der Klöster, in denen Bibeltexte kopiert oder übersetzt wurden, waren die Vorläufer der heutigen Büros.

Das Wort selber leitet sich offenbar von „Burra“ ab, jenes Stück Stoff ihrer Kutte, das die Mönche zwischen Tisch und Buch legten, um die kostbaren Buchumschläge nicht zu beschädigen – so jedenfalls Autor Hajo Eickhoff in seinem Buch „Die Erfindung des Büros“.

Dort schrieb man selbstredend zunächst im Stehen. Noch im 20. Jahrhundert nannte man die Führungskraft deshalb wohl „Bürovorsteher“ – ein Relikt des 19. Jahrhunderts. Erst später wurden diese dann ausgestattet mit einem Stuhl und damit zum „Vorgesetzten“. Die Mönche bekamen bereits im späten Mittelalter einen Stuhl als Teil ihres Mobiliars, das bis dahin nur aus einem Stehpult bestand. Der Homo sapiens ward zum Homo sedens.

Im 19. Jahrhundert entstanden unterschiedliche Büros für verschiedene Aufgaben. Mitte des 20. Jahrhunderts kamen die ersten Großraumbüros auf, die auf Grund ihres Geräuschpegels nie einen wirklichen Siegeszug entfalteten. Im Jahr 1968 entstand das „Cubicle“, eine vier Quadratmeter große, nach oben offene Box, die noch heute vielfachin den USA vorzufinden ist – eine Art Gitterbox für Menschen.

Seit einigen Jahren geht der Trend zum mobilen Büro: Dabei hat der Mitarbeiter nur noch einen persönlichen und abschließbaren Rollcontainer – sein Arbeitsplatz kann dann in jeden beliebigen Raum verschoben werden.

Nicht vergessen sei das „Home Office“, wo man in den eigenen Räumen arbeiten darf. Ob das nun ein Segen oder Fluch ist, hängt wohl von vielen Faktoren ab.

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