Das Amtshaus – in Dörverden-Westen

Foto: khh

Es gibt Orte, die Ruhe und Kraft ausstrahlen. Das Kleinod Westen mit seinem Amtshaus gehört zu diesen.

Der Ort kann auf eine lange, nahezu tausendjährige Geschichte zurückblicken: Einst hatte der Ort Bedeutung durch die  „Heerstraße durch die große Marsch“ erlangt. Auf ihr zogen die Franken gen Verden, wanderten Pilger nach Süden, tummelte sich in unruhigen Zeiten viel Kriegsvolk.

In späteren Zeiten treffen im Weser-Aller-Dreieck die politischen Interessen des Bistums Verden, des Herzogtums Lüneburg und der Grafen von Hoya aufeinander. Und auch die Bremer Bischöfe mischten hier in der Nähe Verdens gewiss mit: War doch Bremen bis 1648 ein Bistum der katholischen Kirche, Verden hingegen nach der Reformation ab 1568 protestantisch.

Etwa im Jahre 1200 wurde die Burg Westen (von dieser stammt noch der heutige einzigartige Rundturm der St.-Annen-Kirche) gebaut. Der spätere Kirchenbau selber entstand aus Resten eben dieser Burg. Das Amtshaus wurde im Jahre 1762 fertiggestellt – ein spätbarocker schloßartiger Backsteinbau mit Sandsteingliederung, der einst einzig dem Wohnsitz des Amtsmanns diente.

Seine Machtbefugnisse waren groß: Er war zuständig für den Vollzug der herzöglichen Verordnungen, die polizeilichen Ermittlungen, die Rechtsprechung und den Strafvollzug. Er zog Steuern ein, entschied über die Vergabe von Höfen, besaß ein Mitspracherecht in Kirchen- und Schulfragen. Seine Einkünfte bezog er aus dem Wirtschaftsbetrieb des Gutes, dessen Ländereien in Westen, Hönisch, Dörverden und Hülsen lagen.

Die Lage an der Aller ist traumhaft – die Ausstattung des Amtshauses durch die EU und andere Förderer auch: 40.000 Euro an Zuschüssen fließen jährlich vom Bund in das Vorzeigeprojekt, das für über eine Million Euro stilecht saniert wurde.

Heute bietet das vorbildliche Mehrgenerationenhaus (MGH) im Amtshaus  auf 1000 qm Menschen aller Altersgruppen viel Raum für Begegnungen aller Art:  Ausstellungen, Touristeninfo, Konferenzraum, Erzählcafé und Mittagstischangebote.

Im ersten OG befindet sich das (täglich außer Dienstag) geöffnete Café. Mittwochs ist kostenlose (!) Volksküche mit bio-vegetarisches Mittagessen. Samstag ist Eintopftag – an diesem ersten Samstag des Monats Februar gab es einen Grünkohleintopf. Jeden Tag ist Erzählcafé. Im zweiten OG residieren die „Heimatstube“ und der Raum der Modelleisenbahn des Heimatvereines Westen e.V.

Im mit Erdwärme beheizten MGH finden außerdem standesamtliche Trauungen statt. Beliebt sind auch das Frühlingsfest, Kinderkleiderbörse,  der Weihnachtsmarkt und vieles mehr.

Das Amtshaus ist auch eine Station des „Aller-Fernradwegs“, des „Erlebnis-, Archäologogischen- u. Energielehrpfades des Aller-Leine-Tals“. Das „Aller-Erlebnis-Zentrum“ (AEZ) mit Hafen, Spielwiesen, Wasserspielplatz mit solarem Kunstwerk und Aussichtsturm bietet Erholung für Jung und Alt. Mit einer Solarfähre kann im Sommer von Otersen nach Westen übergesetzt werden. Die Fährsaison beginnt am 1. Mai und endet am 3. Oktober.

Foto: Jochen Voigt

 

 

 

 

 

Ein Besuch dieses idyllischen und kraftspendenden Ort lohnt zu jeder Jahreszeit.

Öffnungszeiten:
Montag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag: 14:00 -17:00 Uhr
Samstag: 12:00 – 17:00 Uhr
Sonn- und Feiertage: 14:00 – 17:00 Uhr

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