Der Glaube an die Dinge

Der Mensch glaubt ja beileibe nicht nur an Gott, Allah oder Buddha usw. Er glaubt auch in einer zunehmend säkularisierten Welt mindestens im gleichen Maße auch an Dinge. Und dabei ist nicht nur die Rede vom Talisman, Amulett oder dem weitem Thema „Aberglaube„.

Auch mit der Muschel auf dem Schreibtisch, der Bild an der Wand, dem Feuerstein vom letzten Strandurlaub gehen das Heilige und das Profane eine Verbindung ein. Das geschieht immer dann, wenn der Mensch einen Gegenstand aus der Natur absondert und mit seinen eigenen Absichten, Zwecken oder Phantasien versieht.

Fast alle Religionen haben es verstanden, Reliquien von Heiligen in ihren Symbolismus und Dingglauben zu integrieren. Doch das, was der Mensch in einen Gegenstand hinein- und herausliest, ist dem Ding selbst keinesfalls inne. Es wurde aus seiner ursprünglichen Herkunft oder seinem ursprünglichen Gebrauch herausgelöst und ist nun in einen ideellen Zusammenhang getreten. Der Mensch hat die hermeneutische und mythische Deutungshoheit übernommen.

Der Glaube einer säkularisierten Welt ist ein zunehmend materieller Glaube.

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