Mutterseelenallein

Die „Zeit“ hat seit einigen Monaten eine Kolumne auf ihrer letzten Seite, wo Leser u. a. besonders bemerkenswerte oder schöne deutsche Worte vorstellen, wie zum Beispiel „Habseligkeiten“ oder „Geborgenheit“.

Tatsächlich gibt es Worte im Deutschen, die sind so einzigartig und unübersetzbar, dass andere Sprachen sie schlicht übernommen haben: „Angst“ gehört dazu,“Gemütlichkeit“ oder „Weltschmerz“.

Und es gibt solche Wörter, die man nicht steigern kann:  Einzig, falsch, schwanger, tot, oder allein. Allein ist allein, man kann nicht „alleiner“ sein oder „alleinst“.  Und doch gibt es im Deutschen ein wunderbares Wort, um den Zustand völliger Verlassenheit auszudrücken: „mutterseelenallein“.

Wer mutterseelenallein ist, der ist von allen verlassen – vor allem aber von der Person, die am meisten Schutz im Leben gibt; mutterseelenallein, das ist dann ein ganz und gar verzweifelter und erbärmlicher Zustand.

Die Verbindung zur Mutter ist direkt verbunden mit dem Begriff „Urvertrauen“. Das Fundament für eine stabile Persönlichkeit wird in den ersten Monaten eines Kindes gelegt, belegen mannigfache psychologische Studien.

Wer als Kind eine sichere, liebevolle Bindung zu seiner Mutter erlebt hat, kann ein Urvertrauen ausbilden und hat damit einen sehr wertvollen Schatz für seine weitere Entwicklung. Erst später kommen die Väter ins Spiel.

Heute wäre meine Mutter 92 Jahre alt geworden.

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