Beileid

Wer einen lieben Menschen durch Tod verloren hat, soll mit seiner Trauer nicht alleine dastehen. Das Ritual der Trauerfeier, Andacht und Beisetzung hat daher die wichtige Funktion, den Abschied, das Loslassen zu erleichtern.

Sein „Beileid“ auszusprechen heißt, der eigenen Betroffenheit eine Stimme zu geben. Es soll dem Trauernden zeigen, dass wir bei ihm sind in seinem Leid. Ein anderes Wort dafür ist „Kondolenz“ (lat. con- mit und dolere – leiden). Es bezeichnet die Bekundung der mitmenschlichen Anteilnahme, des Mitgefühls, der Mittrauer anlässlich des Todes eines Menschen gegenüber dessen Verwandten, Freunden oder anderen Nahestehenden.

Beileid kann persönlich durch Besuch,  telefonisch, mittels eines Schreibens, durch eine Gedenkanzeige, durch Eintrag in ein Kondolenzbuch bzw. Kondolenzliste oder inzwischen auch in Trauerportalen im Internet erfolgen. Die Beziehung zum Toten und seinen Angehörigen bestimmt die Wahl der Mittel.

„Mitleid mit den Betrübten zu haben, ist menschlich; und wenn es gleich einem jeden wohl ansteht, wird es doch vorzüglich von denjenigen gefordert, die schon selber des Trostes bedurft und ihn bei anderen gefunden haben.“ (Boccaccio: „Decameron“, Vorwort)

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3 Antworten zu Beileid

  1. Jochen Voigt sagt:

    Neulich habe ich auch erstmals per sms kondoliert. Es kam mir schon komisch vor, aber da ich die Nachricht auch per sms bekam, und ich auch das Gefühl hatte es passt zur Beziehung, habe ich es gemacht. Das ist doch kein Tabu, oder?
    Jochen

  2. Jochen,

    das ist eine wichtige Frage, die sicher auch andere interessiert!

    Ich kondoliere auch immer öfter per eMail, obwohl man das ja angeblich nicht „darf“.

    Da Du per SMS informiert wurdest, konntest Du mE durchaus auch per SMS reagieren.

    Je nach Beziehungsgrad und Nähe wäre danach aber in allen Fällen ein Telefonat, Brief oder Besuch vonnöten.

  3. Hans-Werner Kleindiek sagt:

    moin, moin die Herren,

    Sie diskutieren da eine besondere Frage, die wohl so niemand richtig beantworten kann. Es ist und bleibt immer dem Gefühl des Einzelnen (meist angesprochenen) vorbehalten.

    Früher habe ich jegliche Post mit der Hand geschrieben. Ich habe es gerne getan und es war für mich stets ein Ausdruck der Wertigkeit (ich weiß, dass viele Menschen so empfinden).
    Dann hatte ich eine Schreibmaschine und nutzte diese eben auch für Briefkontakte. Heute nun ist es der Computer und in dem Zusammenhang der schriftliche Kontakt per Mail.
    Ich nutze dieses Medium sehr stark und eben auch zu persönlichen Briefen; dennoch beschleicht mich stets das Gefühl, dass das Schreiben damit eine gewisse Wertschätzung verloren hat (ich denke, dass hat auch was mit dem Alter und den eigenen Erfahrungen zu tun). So ein handgeschriebens Blatt – ein ganz persönlicher Brief – mag altmodisch oder verstaubt klingen; hat doch irgendwie ein anderes Gewicht.
    Trotz dieser Gedanken werde ich also weiter die heutigen Möglichkeiten nutzen (wenngleich ich bei SMS eher der ganz große Laie bin).
    Ich empfinde ebenfalls so (wenn ich die vorherigen Zeilen bedenke), dass es immer auch eine Frage der Personen ist. Wenn es Jüngere oder auch Modernere sind, denken die sich überhaupt nichts dabei und es ist sicher in Ordnung.
    Genau diesen Punkt sollte man dabei beachten, dann kann es nicht so ganz falsch werden.
    Löblich empfinde ich es in diesem Zusammenhang, dass Sie, werter Herr Voigt, sich zumindest darüber Gedanken gemacht haben. Das spricht sehr für Sie und hat für mich den Anschein, dass auch für Sie das handgeschriebene Wort eine andere Bedeutung hat (was bei Herrn Heidtmann genauso sein wird).

    herzliche Grüße
    Hans-Werner Kleindiek

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