Zweierlei Maß

Viel wird nach dem Rücktritt des Bundespräsidenten nun über sein Anrecht auf einen sogenannten „Ehrensold“ in den Medien diskutiert.

Hier dürfen die Journalisten ihr Jagdfieber ausleben und eine Enthüllungsgeschichte nach der anderen publizieren. Das trägt zur Druckentlastung des Volkes bei, indem die Verworfenheit der Person von der eines Systems ablenkt, das solches Tun erst möglich macht. Und mancher Chefredakteur fühlt sich derZEIT gar gemüßigt, Herrn Wulff per Leitarktikel  noch in Schutz zu nehmen – Journalisten können ja durchaus noch Regierungssprecher werden.

Was scheinbar niemandem auffällt, ist, dass dieses Wort und diese Diskussion erstmalig überhaupt in der Geschichte der Bundesrepublik in der Öffentlichkeit stehen – Dank Christian Wulff.

Und es ist auch einmalig, dass letztendlich wohl die Justiz darüber entscheiden wird, ob Herr Wulff aus politischen oder persönlichen Gründen zurückgetreten ist – die Staatsanwaltschaft ermittelt weiter.

Doch noch ein anderes Thema fällt dem interessierten Bürger bei dieser unerfreulichen Angelegenheit auf: Die politische Kaste bedient sich einmal mehr nicht nur fürstlich, sondern lässt gleiches Recht keinesfalls für Millionen von Bürger gelten: Einem Hartz IV-Empfänger wird jeder Cent, den er hinzuverdient, von seiner kargen Unterstützung abgezogen – sogar ein erhöhtes Kindergeld führt zu einer Kürzung bei den Leistungen.

Herr Wulff hingegen darf zumindest in der freien Wirtschaft so viel hinzuverdienen, wie er will. Ja, so kann der irritierte Bürger in der Zeitung lesen, er kann den „Ehrensold“ nicht einmal ablehnen!

Wieder einmal stellen wir ernüchtert fest, dass manche Weisheit sich noch nach Tausenden von Jahren bewährt: „Quod licet Jovi, non licet bovi!“

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4 Antworten zu Zweierlei Maß

  1. Helmut Zott sagt:

    Fehler

    Ein Mensch hat keinen Funken Ehre,
    ist nur bedacht, dass er vermehre
    den Reichtum und sein Lebensglück;
    tritt dann von seinem Amt zurück
    und wird belohnt für diese Taten
    vom Militär und den Soldaten;
    bekommt dann noch den Ehrensold,
    weil dieser Staat es so gewollt.
    Ein Land, das so Schmarotzer ehrt,
    wird abgelehnt und liegt verkehrt.

    Helmut Zott

    %%%%%%%%%

  2. Perfekt! Und dann noch in Reimform! Lyrik ist manchmal eben doch aussagekräftiger als Prosa. Vielen Dank!

  3. Helmut Zott sagt:

    Empörend

    Ein Mensch in seinem Innern bebt,
    obwohl er sonst sehr friedlich lebt,
    weil just der Bundespräsident,
    den jedermann als Schnorrer kennt,
    dem keine Sau Respekt gezollt,
    geehrt wird mit dem Ehrensold.

    Helmut Zott

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  4. Helmut Zott sagt:

    Unglaublich

    Ein Mensch, man kann es kaum noch fassen,
    hat von der Raffsucht nicht gelassen,
    und selbst als Bundespräsident,
    den jeder nun als Schnorrer kennt,
    die Vorteilnahme nicht vermieden,
    wodurch er aus dem Amt geschieden.
    Durch Ehrensold und Zapfenstreich
    wird er zwar unbeliebt, doch reich,
    und Ehre, was sonst selbstverständlich,
    ist bei dem Vorgang nicht erkenntlich.
    Er hat viel Schaden angerichtet,
    dem deutschen Volk gar angedichtet,
    dass der Islam zum Land gehört,
    was nicht nur Deutsche sehr empört.

    Helmut Zott

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