Rømø – Natur und Ruhe pur

Foto: khh

Die dänische Insel Rømø hat eine lange und bewegte Vergangenheit hinter sich. Entstanden ist sie vor etwa 10.000 Jahren. Erste Bewohner sind ab dem Jahre 1190 nachgewiesen. Danach wechselte Rømø immer wieder zwischen deutscher und dänischer Staatszugehörigkeit.

Rømø ist streng genommen auch keine Insel, denn sie ist seit 1945 über den etwa 9 Kilometer langen Rømødamm mit Auto und Fahrrad zu erreichen. Nur gut 3 Kilometer nördlich von Sylt gelegen und vom „Lister Tief“ glücklicherweise getrennt, empfängt den Gast hier eine ganz andere Atmosphäre.

Auch fehlen die großvolumigen Geländewagen, die blasierten Gesichter arrivierter Neureicher, Gosch und andere Gourmet-Tempel. Wer als Star oder Sternchen auf der dänischen Insel Rømø gesehen und erkannt werden möchte, ist hier völlig fehl am Platze – vermutlich würde niemand überhaupt je bemerken, dass er oder sie hier weilt – und selbst wenn, würden die höflichen Dänen das dezent übersehen. Und weil die Insel auch keinen Flugplatz hat, wird das auch noch ganz, ganz lange so bleiben – nein, auch Ryanair fliegt diese Destination nicht für 19,90 Euro an!

Nur 750 Menschen wohnen hier ganzjährig. Es gibt eine Kirche, vier kleine Einkaufsmärkte, einen Bäcker mit angeschlossenem Café und keine – mit EU-Mitteln in Marmor gegossene – Strandpromenade. Wer unbedingt „shoppen“ muss, ist in der knapp 300 Metern langen „Einkaufsmeile“ in Lakolk genau richtig. Als Unterkunft stehen den Touristen drei Campingplätze, ein Wanderheim, ein großes Hotel und Hunderte von Ferienhäuser zur Auswahl.

Wer selber sehen möchte, kommt voll auf seine Kosten. Die höchsten Erhebungen sind der Høstbjerg, Spidsbjerg und Stagebjerg – alle drei knapp unter 20 Meter hoch. Die beiden ersteren bieten eine gute Rundumsicht, je nach Wetterlage bis zu 35 Kilometer. Dazwischen gibt es Natur pur. Die Hauptvegetationsformen sind Moor und Heide. Auch drei Waldgebiete mit ausgewiesenen und idyllischen Wanderwegen bieten besonders bei Wind Schutz.

Bekannt ist Rømø vor allem aber wegen seiner Besonderheit, dass man hier mit dem Auto an den Strand fahren darf. Und das aus gutem Grund, denn nach der letzten Dünenkette sind es auch bei Flut teilweise mehrere Kilometer Strand, bis die Wasserlinie erreicht ist.

Hier hat der Gast also seine Ruhe und viel Platz. Die Insulaner sind überaus freundlich, dänisch gelassen und kommen dem Gast mit perfektem Deutsch und der Annahme von Euro als Zahlungsmittel gerne entgegen.

Als Kontrastprogramm ist die halbstündige und preiswerte Überfahrt mit der Fähre ab Havneby zum Freilandzoo Sylt und dessen exotischen Bewohner zu empfehlen – Eintritt frei.

Der geneigte Leser merkt es schon: Prahlen lässt sich daheim mit diesem Urlaubsziel nicht. Und wenn es einen Autoaufkleber mit dem Umriss der Insel gäbe, würde ihn niemand erkennen.

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2 Antworten zu Rømø – Natur und Ruhe pur

  1. Lars Thomsen sagt:

    Hallo, Herr Heidtmann,

    das ist ein super Bericht über die Insel Römö!

    Bis nächstes Mal!

    Lars Thomsen
    DK

  2. Hans teunis sagt:

    Roemoe braucht sich nicht zu profilieren !

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