Begegnungen – von Basel nach Rügen

Sie sind zu dritt. Drei Menschen im Ruhestand. Zwei Frauen, ein Mann. Sie möchten Fahrräder leihen bei Michael Bittner in Glowe. Sie werden schnell von ihm bedient. Doch nun die Frage: „Wie kommt man denn von hier am besten nach Sagard?“

Ich berichte den beiden Baslern und der Bernerin vom schönen Radweg entlang dem Jasmunder Bodden. „Aber,“ füge ich ein wenig boshaft hinzu, „den dürfen Sie leider nicht benutzen! Der wurde mit europäischen Fördermitteln errichtet. Und die Schweiz ist ja leider immer noch nicht Mitglied der EU …“

Da explodiert der kleine Mann, seine ohnehin kleinen Augen werden noch kleiner. Wenn
sie Schweizer nicht wären, könnte die Stadt Lörrach einpacken! Da täten sie nämlich als Schweizer einkaufen und so für Umsatz sorgen. Und wenn die Deutschen nicht in der Schweiz tanken könnten, kämen sie gar nicht mehr zurecht. Und diese Scheiß EU mit ihrem Schengener Abkommen. Lauter diebische Rumänen jetzt im Lande! Fast springt er mir an die Gurgel.

Wir begegnen einander dann später wieder in Bobbin bem Hofladen. Er sagt nichts mehr. Entweder haben ihn die Damen wegen seiner Humorlosigkeit gerüffelt oder der wunderschöne Radweg am Bodden entlang hat ihn besänftigt.

Sie bleiben noch bis Mittwoch. Dann noch drei Tage in Hamburg und von dort mit Easy Jet zurück. Für nur 75 Euro pro Person! Hin sind sie mit der Bahn gefahren, auch für nur 80 Euro pro Person. Ja, sparsam sind sie schon unsere Schweizer Nachbarn. Kein Wunder, dass ihre Banken so erfolgreich sind und der Franken so hoch gegenüber dem Euro bewertet ist!

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2 Antworten zu Begegnungen – von Basel nach Rügen

  1. Paul Rentsch sagt:

    Lieber Karl Heinz,

    das klingt nach SVP, die SVP ist eine fremdenfeindliche National-Partei mit dem Slogan: „Schweizer wählen SVP“. 30% Wähleranteil und reklamieren 100% Staatsmacht. Sammeln gerade wieder einmal Unterschriften für ihre Überfremdungsinitiative. Plakate mit grossen schwarzen Stiefeln, welche unsere arme rote Schweiz zertrampeln.

    Grün-Gelb ist ihre Traditionsfarbe. In Wirklichkeit ist die Farbe braun.

    Frage mich nur, was so ein Typ im Ausland zu suchen hat. Oder ist das für ihn gar nicht Ausland? Evtl. nur von Ausländern bewohnt?

    Die Partei hat Südtirol vorgeschlagen sich der Schweiz anzuschliessen. Ja, so ein Kantönli, hätte schon noch Platz in unserem Boot.

    Die Partei wird von einem „Mir nach Marsch“-Typ angeführt. Sein Vater ist aus Deutschland eingewandert. Er heisst Christoph Blocher, ist 71 jährig und war Bundesrat. Er wurde abgewählt. Wegen seines Stils im Umgang mit Andersdenkenden. Das hat er bis heute nicht verwunden. Sein Bruder, heute 78-jährig und ehemaliger Pfarrer sprach vor dieser Abwahl seines Bruders von blutigem Kampf bis aufs Messer und fuchtelte mit dem Schweizer-Militärmesser vor der TV-Kamera rum. Hat der Abwahl vielleicht auch noch geholfen.
    Das war aber auch ein einmaliger Vorgang. Einen Bundesrat abwählen, das hat es seit ich mich erinnere noch nie gegeben.

    Aber braun ist nicht nur schlecht. Unsere Weiden würden nie so fett, wenn da zwischen dem Grün nicht hier und da ein wenig Braun liegen würde. Jauche eben. Dünger eben für die Grünen (Weiden).

    Liebe Grüsse

    Paul Rentsch

  2. Paul Rentsch sagt:

    Übers Wochenende haben wir in der Schweiz gewählt.
    Diese oben beschriebene SVP ist von fast 30% Wähleranteil auf 26% zurückgestutzt worden. Auch die Grünen erlitten Verluste. Die Pole bröckeln, die Mitte gewinnt.
    Ich hoffe, das ist ein Zeitgeist-Trend, der sich weltweit fortsetzt, damit wieder lösungsorientierte Politik möglich wird.
    Ich hoffe, dass die Protagonisten der Mitte-Parteien klug genug sind, ihre Chancen zu nutzen und sich nicht mit Macht- und Parteienpolitik selber ausbremsen.

    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    von Paul Rentsch

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