Da fahren wir mal hin – Emden!

Foto: khh

Lange schon hatten mein Freund Ted Dirks und ich diesen Ausflug vereinbart: Eine Reise in Teds (der eigentlich Detlef Jakob mit Vornamen heißt) Heimat nach Emden.

Wir hatten ursprünglich geplant, den Ausflug mit einem Besuch der Radziwill-Ausstellung in der Kunsthalle Emden zu verbinden, doch dann geriet die Zeit angesichts anderer Programmpunkte dafür zu kurz. Das war eine gute Entscheidung und außerdem wurde die Ausstellung ohnehin gerade um drei Wochen verlängert.

Mit etwa 52.000 Einwohnern ist Emden die kleinste der kreisfreien Städte Niedersachsens. Sie ist als friesischer Handelsort bis zum heutigen Tage durch ihren Seehafen geprägt, der im vergangenen Jahrhundert die Basis für die Ansiedlung größerer Industriebetriebe wie die Nordseewerke und das Volkswagenwerk war. Ted hat einst Kaufmann bei der Reederei Fisser und van Doornum („Fido“) gelernt. Später ist er nach Saudi Arabien gegangen, wo er seine kanadische Frau Sharon kennenlernte.

Bereits ab dem Jahre 800 entwickelte sich an der Mündung des Flüsschens Ehe in die Ems der sogenannte „Delft“ zu einem stattlichen Hafen – „Delft“ leitet sich von „delven“ = „graben“ ab. Hier wurde also ein natürliches Gewässers durch den Menschen weiter ausgegraben.

In Emden sind niederländische Einflüsse in der Geschichte und damit Architektur sichtbar. Die Stadt liegt nicht nur am Wasser des Dollart, sondern ist auch selber von Gewässern durchzogen, auf denen man ähnlich wie in anderen Städten eine Kanalfahrt machen kann. Die überschaubare Innenstadt bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten zum Einkaufen und Einkehren. In diesem Monat findet gerade wieder das jährliche Emder Filmfest statt.

„Knock“ ist der Name der äußersten südwestlichsten Landecke etwa zehn Kilometer des Stadtkerns von Emden. Am Siel und Schöpfwerk Knock sind die Denkmäler von Friedrich II. „dem Großen“ und Friedrich Wilhelm I. dem „Großen Kurfürsten“ zu sehen. Bis zum Kriege hatten beide am Rathaus gestanden. Im Jahre 1966 überließ die Stadt Emden die  Denkmäler dem Entwässerungsverband Emden, der die Anlage an der Knock unterhält. Beide Monarchen haben sich um Ostfriesland verdient gemacht: Friedrich Wilhelm I.  durch die Förderung des Seehandels in Emden, Friedrich II. durch die Urbarmachung der Moore und den Küstenschutz.

Ted, den ich Ende der 80er Jahre zunächst als Kunden kennenlernte, ist im Emder Vorort Uphusen geboren und im 2600 Einwohner großen Vorort Larrelt mit sieben Geschwistern aufgewachsen, von denen fast alle noch in Emden wohnen. Zwei seiner Brüder, alles lange Kerls wie Ted, haben wir getroffen: Bei Andreas gab es den obligatorischen dunklen ostfriesischen Tee mit „kluntje un een wulkje room“, dazu Apfelkuchen der Emder Bäckerei Sikken, einfach lecker! Werner trafen wir eher zufällig, aber Larrelt ist ja so groß nicht, als dass man unbemerkt aneinander vorbeifahren könnte.

Bei den Sportfreunden Larrelt hat Ted das Fußballspielen gelernt und es in dieser Sportart zum Profifußballer gebracht, zunächst bei Kickers Emden und später Olympia Wilhelmshaven. Noch heute kennen ihn erstaunlich viele ostfriesische Fußballfans. In der sehenswerten evangelisch-reformierte Kirche von Larrelt aus dem 15. Jahrhundert wurde Ted Dirks einst konfirmiert.

Ted und mir hat unser Ausflug gleichermaßen gut gefallen. Wir haben viel gesehen und hatten dabei auch viel Zeit, über manches zu reden. Ein zweiter Besuch von Emden ist deshalb schon beschlossene Sache. Vielleicht schaffen wir es ja dann in die Kunsthalle – und wenn nicht, auch gut.

Emden ist über die Autobahnen A 28 und A 31 gut zu erreichen und sogar mit der DB.

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