Das Schweigen der Männer

Haben Sie das auch schon festgestellt, dass Frauen mehr reden als Männer – jedenfalls privat? Und dass das mit zunehmendem Alter bei den Frauen zunimmt und bei den Männer abnimmt?

Ob das daran liegt, dass die Frauen mehr reden, weil die Männer schweigsamer werden? Oder ist es umgekehrt, je mehr die Frauen reden, desto schweigsamer die Männer werden?

Der Stereotyp der ewig quasselnden Frau versus des wortkargen Mannes ist alt. Scheinbar reden Frauen fast dreimal so viel wie Männer. Das hat die US-Neurologin Louann Brizendine herausgefunden. Demnach sprechen Frauen 20-tausend Wörter pro Tag, Männer nur 7000.  Psychologen der Universität von Texas haben dies in einer anderen Studie widerlegt. Das Ergebnis: Männer und Frauen reden gleich viel, rund 16000 Wörter am Tag.

Was soll Mann nun glauben? Zumindest die „gefühlten“ Redeanteile scheinen in der Tat bei Frau höher zu sein. Und welches Geschlecht verbinden Sie mit den Verben „ratschen“ bzw. „tratschen“ oder „quatschen“? Na?

Und was wir schon lange ahnten, wurde jetzt in einer weiteren Studie offiziell bestätigt: Frauen telefonieren deutlich länger und häufiger als Männer! Das hat eine Studie von TNS Infratest ergeben, die im Auftrag von Arcor durchgeführt wurde.

Demnach gaben 75 Prozent aller befragten Frauen an, zwei- bis viermal täglich von zuhause zu telefonieren. Von den befragten Männern tun dies nur 61 Prozent. Bei den Männern gibt es deutlich mehr Wenigtelefonierer. 28 Prozent gaben an, höchstens zweimal pro Woche von zuhause aus zu telefonieren. Von den Frauen bezeichneten sich nur 14 Prozent als Wenigtelefonierer.

Auch bei der Gesprächszeit liegt Frau in Führung: 81 Prozent aller befragten Männer beenden Gespräche nach höchstens fünf Minuten, bei Frau dauern 64 Prozent aller Gespräche länger als eine halbe Stunde. Es scheint, Frauen haben inzwischen das Sagen. Oder ob das nur an der „Flat-Rate“ liegt?

Nein, die Wahrheit ist einfacher: Reden ist der aktivere Teil, so jedenfalls die landläufige Meinung. Zuhören wirkt eher passiv. Dabei ist neurobiologisch das Zuhören die schwierigere Aufgabe. Menschen können schneller Gedanken formulieren als Gedanken verstehen. Gut zuhören ist anstrengend. Besonders für Männer.

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