Kinder machen Lärm

Das schlägt doch dem Fass den Boden aus! Es gibt Menschen in unserer Bevölkerung (und sicher nicht wenige), die beschweren sich doch glatt über Kinderlärm! Da müssen plötzlich Gesetze her, um den Kindern die Möglichkeit ihrer persönlichen Entfaltung zu eröffnen. Das kann doch alles nicht wahr sein! Dann kommt ein Gesetz, und alle rühmen sich über unsere „kinderfreundliche Gesellschaft“. Stärker kann der Hohn zu diesem Thema doch wohl nicht ausfallen!

Wohlgemerkt, ich weiß, wovon ich rede: Ich bin verheiratet und habe drei Kinder (allerdings heute schon alle erwachsen  – meine Fau und ich sind beide über 60). Neben unserem bescheidenen Reihenhaus ist eine Grundschule, und ein Stück weiter ein Spielplatz. Da kann es natürlich auch schon mal lauter werden. Darüber sollten wir uns beschweren?

Nicht genug damit, dass unsere Bevölkerung rasant schmilzt und es kaum noch Kinder gibt, jetzt beschweren wir uns auch noch darüber, dass die vorhandenen Kinder spielen wollen und es dabei selbstverständlich auch schon mal lauter wird. Warum sperren wir die Kinder nicht gleich alle weg? Was sollen dann erst Erzieher/innen und Lehrer/innen sagen? Die haben wahrlich einen starken Lärmpegel zu ertragen, der arg an den Nerven zerrt: Jedoch wir als Bevölkerung?

Nicht genug damit, dass wir uns über den morgendlichen Glockenschlag von Kirchturmuhren beschweren oder über den Hahn, der natürlich auch mal kräht (sicher auch morgens früh), nein, jetzt sind wir der vielen Kinder über. Leben wir eigentlich noch? Alles, was wirkliches Leben ausmacht, rotten wir aus, schließen wir weg oder wollen es lieber gleich verbieten.

Wir werden nie ein kinderfreundliches Land – wir werden nie eine Gastfreundschaft gegenüber anderen Menschen (gleich welcher Kultur oder Religion) erreichen, wie es zum Beispiel in vielen unserer Nachbarländer völlig normal ist – es liegt uns offensichtlich nicht oder wir wollen es auch gar nicht (Ausnahmen bestätigen die Regel).

Wenn es also einigen Seniorenvertretern nicht passt, dass es in unserem Land Kinderstimmen gibt (gleich welcher Lärmpegel / und wir diesen Lärm dem Industrielärm gleich setzen), dann mögen diese sich doch bitte eine Seniorenresidenz fernab in der Pampa suchen, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen! Da können sie dann rumsitzen und die Wände anstieren – allerdings müssen sie aufpassen, dass es dort nicht auch Singvögel gibt, denn die erfreuen jetzt, im nahenden Frühling, die Allgemeinheit des Morgens mit ihrem lieblichen Gesang. Oder wollen sie die dann auch wegsperren, verbieten, abschießen?

Zum Glück gibt es auch ganz andere Senioren/innen, die sich freuen, wenn mal Kinder kommen – mit ihnen Spiele spielen, singen oder etwas vorlesen. Menschen, die nämlich erkannt haben, dass es zu unserem Leben dazu gehört und wahrlich eine Lust ist, wenn diese Stimmen in unserer Nachbarschaft zu vernehmen sind.

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