Deutsche Bahn – die endlose Geschichte

Bereits vor vielen Jahren habe ich als einstiger Bahnbegeisterter das Bahnfahren aufgegeben, Herrn Mehdorn und seinen Sparbemühungen sei Dank.

Vielleicht habe ich auch nur ein mieses Karma, weil immer dann, wenn ich fortan mit der Deutschen Bahn fuhr, diese (technische) Probleme hatte, die zu teilweise zu beachtlichen Verspätungen und sonstigem Ungemach führten. Ich habe auch Freunde, die sagen, dass immer wenn sie ins Weser-Stadion gehen, Werder Bremen verliert. Also beschloss ich, mich der Bahn nicht mehr zuzumuten – und bin damit seither ganz gut (mit dem Auto) gefahren.

Diese Woche habe ich dann nach langen Jahren ausnahmsweise doch wieder einmal die Bahn gebucht. Ich wollte mein schönes schwäbisches Auto einfach nicht den Berliner Brandstiftern in die Hände fallen lassen.

Beim Start der Reise in Kirchweyhe lief gerade der um 47 Minuten verspätete Regionalexpress von Osnabrück nach Bremen ein. Ein böser Verdacht ließ mich sofort in diesen Zug einsteigen und nicht auf den regulären, planmäßige Abfahrt 15 Minuten später, warten.

Der Anschluss-IC von Bremen nach Hannover war dann laut Durchsage ein uralter „Ersatz-IC“, „heute leider ohne Bordrestaurant – stattdessen findet ein Wagenverkauf statt, wo Sie kalte und heiße Getränke und einen kleinen Snack erwerben können.“

Der IC von Hannover nach Berlin hatte 15 Minuten Verspätung – „wegen einer wagentechnischen Untersuchung in Bielefeld“.

Ein Tag später bei der Rückfahrt „ist die Wagenreihung im vorderen Teil des Zuges heute leider anders herum. Die Wagen der 1. Klasse befinden sich in den Abschnitten A bis B.“ Also sprinten.

Ansage im Zug kurz nach Abfahrt: „Auf Grund eines technischen Fehlers ist es nicht möglich in den Wagen 31 bis 38 die Reservierungen anzuzeigen. Bitte geben Sie die reservierten Plätze auf Aufforderung frei.“

Ansage kurz vor Wolfsburg: „Wegen technischer Probleme an einem Triebwerkskopf erreichen wir Wolfsburg verspätet um 18:59. Wegen Ihrer Anschlusszüge melde ich mich in Kürze wieder bei Ihnen.“

Einzig der ICE von Hannover nach Bremen schaffte die 100 km lange Strecke ohne Probleme.
Und: Alle Ansagen waren zweisprachig!

Dass der Regionalexpress den Bremer Hbf fünf Minuten verspätet verließ, wollen wir hier nur der Vollständigkeit halber berichten. Kleinigkeit.

Mich beschleicht die vage Vermutung, dass inzwischen jeden Tag der Wurm drin ist bei der Bahn, auch wenn ich nicht drin sitze!

Dieser Beitrag wurde unter Modernes Leben abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Deutsche Bahn – die endlose Geschichte

  1. Jochen Voigt sagt:

    Ähnliches hat wohl schon fast jeder erlebt. Um die Bilanzen für den geplanten Börsengang der Bahn aufzuhellen, wurde der Betrieb kaputtgespart. Es sind zu wenig betriebliche Reserven an Personal, Fahrzeugen und Gleisen da, um Störungen aufzufangen. In dem komplexen Schienennetz laufen dann Verspätungen und Fehler immer weiter auf. Der Fahrplan ist auch zu ausgeknautscht. Ich nehme doch lieber einen Zug, der fahrplanmäßig ein paar Minuten länger braucht, aber dann die geplanten Anschlüsse auch mit hoher Wahrscheinlichkeit einhält.
    Wir müssen als Bürger die Bahn zurückerobern, schließlich ist sie Volkseigentum. Der Börsengang muß abgesagt, der Sparwahn aufgehoben und die Bahn kundenfreundlich und zuverlässig werden. Es wird aber viele Jahre dauern, um das derzeitige marode Unternehmen wieder einigermaßen auf das richtige Gleis zu bekommen!

  2. Pingback: Kausalkette Deutsche Bahn AG » Bahn, Deutschen, Unglück, Verspätung, Bahnsteig, Bremen » Heidtmanns Z(w)eitgeist

Schreibe einen Kommentar