Alter Opa

Jetzt ist es passiert: In der Warteschlange sagt ein kleiner Dreijähriger zu seiner Schwester: „Der Opa ist vor uns dran!“

Gewiss, ich bin inzwischen in einem Alter, in dem manche schon Großvater sind. Doch alt werden wollen wir alle, alt sein eher nicht, leben wir doch im Zeitalter des „Forever young“!

Dass dieses Phänomen nicht neu ist, können wir bei Goethe nachlesen:

„Das Alter ist ein höflich Mann:
Einmal übers andre klopft er an;
Aber nun sagt niemand: Herein!
Und vor der Türe will er nicht sein.
Da klinkt er auf, tritt ein so schnell,
Und nun heißts, er sei ein grober Gesell.“

Und wie singt Konstantin Wecker so schön?

„I werd oid – i glaub i werd oid
manchmal werds ganz schee koid
wer woaß wohin ma dann foid
schaugts mi o – i werd oid.“

Dass das Alter auch seinen Charme haben kann, las ich just bei Tiziano Terzani:

„Wie herrlich – das Alter! Eine Chance in sich zu gehen, Versäumtes nachzuholen und sich über das Leben Gedanken zu machen. Den körperlichen Verfall, die Verlangsamung aller Vorgänge, die Gebrechen, selbst den Tod können wir jetzt mit anderen Augen sehen – all das hilft uns, Neues zu verstehen, andere Türen zu öffnen, zu entdecken, auszuprobieren.“

Dieser Beitrag wurde unter Zeitläufte abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Alter Opa

  1. Enrico sagt:

    So, oder so ähnlich erging es mir vor vielen Jahren, als ein junges Mädel mich in der Disco angesprochen hat:
    "Entschuldigen SIE, können SIE mir bitte sagen wie spät es ist?".
    😉

  2. Jochen Voigt sagt:

    Aus der Sicht der Kinder sind natürlich alle über 30 Opas!

  3. Jochen Voigt sagt:

    Aber wenn Dir zum ersten Mal ein höflicher junger Mann in der Straßenbahn seinen Platz anbietet, dann wird es kritisch!

Schreibe einen Kommentar